{"id":4509,"date":"2023-04-06T09:32:51","date_gmt":"2023-04-06T07:32:51","guid":{"rendered":"http:\/\/berlin-boehm.de\/Kanty\/?p=4509"},"modified":"2023-04-06T10:53:35","modified_gmt":"2023-04-06T08:53:35","slug":"die-mission","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/berlin-boehm.de\/Kanty\/archive\/4509","title":{"rendered":"Die Mission"},"content":{"rendered":"\n<style type=\"text\/css\" data-created_by=\"avia_inline_auto\" id=\"style-css-av-4imfnh-b331f2ac8fb8c0eb450f2661a96700db\">\n.flex_column.av-4imfnh-b331f2ac8fb8c0eb450f2661a96700db{\nbackground-color:#22689e;\n}\n<\/style>\n<div  class='flex_column av-4imfnh-b331f2ac8fb8c0eb450f2661a96700db av_one_full  avia-builder-el-0  el_before_av_hr  avia-builder-el-first  first flex_column_div  '     ><style type=\"text\/css\" data-created_by=\"avia_inline_auto\" id=\"style-css-av-lg4sole9-4876f0931983c940c9ce3503049fd4bb\">\n#top .av-special-heading.av-lg4sole9-4876f0931983c940c9ce3503049fd4bb{\nmargin:20px 20px 20px 20px;\npadding-bottom:0;\ncolor:#ffffff;\n}\nbody .av-special-heading.av-lg4sole9-4876f0931983c940c9ce3503049fd4bb .av-special-heading-tag .heading-char{\nfont-size:25px;\n}\n#top #wrap_all .av-special-heading.av-lg4sole9-4876f0931983c940c9ce3503049fd4bb .av-special-heading-tag{\npadding:5px 5px 5px 5px;\n}\n.av-special-heading.av-lg4sole9-4876f0931983c940c9ce3503049fd4bb .special-heading-inner-border{\nborder-color:#ffffff;\n}\n.av-special-heading.av-lg4sole9-4876f0931983c940c9ce3503049fd4bb .av-subheading{\nfont-size:15px;\n}\n<\/style>\n<div  class='av-special-heading av-lg4sole9-4876f0931983c940c9ce3503049fd4bb av-special-heading-h3 custom-color-heading blockquote classic-quote  avia-builder-el-1  avia-builder-el-no-sibling '><h3 class='av-special-heading-tag '  itemprop=\"headline\"  >Die Mission<\/h3><div class=\"special-heading-border\"><div class=\"special-heading-inner-border\"><\/div><\/div><\/div><\/div>\n<div  class='hr av-2lfnfx-c19e94839202a856699aaa2c8a56b6e2 hr-default  avia-builder-el-2  el_after_av_one_full  el_before_av_textblock '><span class='hr-inner '><span class=\"hr-inner-style\"><\/span><\/span><\/div>\n<section  class='av_textblock_section av-lg4sw5kw-0366d10f92796d6f9829aedf32f2b27f '   itemscope=\"itemscope\" itemtype=\"https:\/\/schema.org\/BlogPosting\" itemprop=\"blogPost\" ><div class='avia_textblock'  itemprop=\"text\" ><p data-lnum=\"14\">Im Beruf, beim Lesen, im Internet, im Gespr\u00e4ch oder beim Fernsehen werden wir mit Argumenten konfrontiert, die wir glauben sollen und die angeblich abgesichert sind. Einige Argumente werden durch die Eigenschaft \u201e<i data-lnum=\"14\">wissenschaftlich<\/i>\u201c besonders ausgezeichnet. Sie erhalten ein Qualit\u00e4tssiegel, das bewusst dazu verwendet wird, uns zu \u00fcberzeugen. Mit dem zus\u00e4tzlichen Gebrauch von \u201e<i data-lnum=\"14\">wissenschaftlich<\/i>\u201c werden Argumente gezielt unterst\u00fctzt, um unsere m\u00f6glichen Zweifel schlagartig auszur\u00e4umen. Wir haben in den letzten Jahrhunderten gelernt, mehr Vertrauen in Argumente zu investieren, wenn sie wissenschaftlich \u00fcberpr\u00fcft oder untersucht wurden.<\/p>\n<p data-lnum=\"16\">Dieses vermehrte Vertrauen gegen\u00fcber wissenschaftlich abgesichertem Wissen darf aber kein grenzenloses, blindes Vertrauen sein. Wir sollten verstehen, worauf dieses Vertrauen beruht, und dann ganz konkret pr\u00fcfen, ob dieses Vertrauen auch gerechtfertigt ist. Auch wissenschaftlich abgesicherte Argumente k\u00f6nnen n\u00e4mlich v\u00f6llig falsch sein. Das mag uns auf den ersten Blick vielleicht verwundern, aber ein zweiter kurzer Blick in unsere Geschichte belehrt uns eines Besseren. Vor einigen Jahrhunderten wussten wir ganz sicher, dass die Sonne sich um die Erde dreht. Es war wissenschaftlich abgesichert, dass die Erde im Mittelpunkt des Universums steht und sich alles um die Erde dreht. Es bestand kein ernsthafter Zweifel daran, denn schlie\u00dflich sahen die Menschen jeden Tag wie die Sonne wanderte. Vor wenigen Jahrhunderten waren weder Bakterien noch Viren bekannt, so dass \u00e4u\u00dferst gewagte und v\u00f6llig falsche Erkl\u00e4rungen f\u00fcr die sehr h\u00e4ufigen Infektionserkrankungen existierten, die alle als gesichert galten. Viele Menschen wurden damals f\u00e4lschlicherweise angeklagt, gefoltert oder hingerichtet, weil sie angeblich f\u00fcr eine Infektionskrankheit wie die Pest verantwortlich gewesen sein sollten. Wir sollten nicht hoffen, dass der gesunde Menschenverstand uns leiten wird, die guten von den schlechten Argumenten zu trennen, oder dass er uns vor krassen Fehlurteilen sch\u00fctzt. Fr\u00fcher haben gebildete Personen Tierprozesse gef\u00fchrt und dabei unter anderem Schweine wegen Mordes verurteilt oder H\u00e4hne wegen Hexerei angeklagt, weil sie ein Ei gelegt haben sollen. Unser so hoch geachteter Verstand l\u00e4sst uns manchmal im Stich, so dass wir v\u00f6llig abstruse Erkl\u00e4rungen glauben und danach handeln.<\/p>\n<p data-lnum=\"18\">Worauf basiert unser gegenw\u00e4rtiges Vertrauen, wenn wir von wissenschaftlich abgesicherten Erkenntnissen sprechen? Warum fordern wir heute, dass die relevanten Informationen vor wichtigen Entscheidungen wissenschaftlich \u00fcberpr\u00fcft wurden? Warum verlassen wir uns nicht einfach wie fr\u00fcher auf die Erfahrung von Autorit\u00e4ten, auf die geschriebenen und tradierten Weisheiten unserer Ahnen oder auf unsere pers\u00f6nlichen Intuitionen? Die Antwort ist einfach: weil wir uns nachweislich h\u00e4ufiger irren w\u00fcrden, wenn wir uns nicht auf wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse beziehen, sondern stattdessen weniger objektive und fragw\u00fcrdigere Erkenntnisquellen nutzen. Die wissenschaftlichen Methoden haben ihre Schranken und Schw\u00e4chen, aber es sind die besten Methoden, \u00fcber die wir gegenw\u00e4rtig verf\u00fcgen, um zu verl\u00e4sslichem Wissen zu gelangen. Und wir wollen hier beschreiben, worauf diese Methoden beruhen und wie man mit ihnen gewissenhaft umgeht. Was allerdings nicht bedeutet, dass man diese Methoden nicht auch falsch oder schlampig anwenden kann oder sie gezielt einsetzt, um zu betr\u00fcgen.<\/p>\n<h2 id=\"sigil_toc_id_1\" data-lnum=\"20\">1.1 Voraussetzung<\/h2>\n<p data-lnum=\"22\">Wer solch ein Buch in die Hand nimmt und es durchbl\u00e4ttert, hat eigentlich schon die erste H\u00fcrde genommen und seine Neugierde bewiesen. Der Leser wird aber wissen wollen, ob sich die Zeit lohnt, dieses Buch tats\u00e4chlich zu lesen. Er wird wissen wollen, was vorausgesetzt wird, was er erwarten kann und wie er am Ende belohnt wird. Allen drei Fragen werden wir uns jetzt widmen.<\/p>\n<p data-lnum=\"24\">Was wird vom Leser erwartet? Zun\u00e4chst einmal nicht mehr als eine nat\u00fcrliche Neugierde und ein unkompliziertes Interesse an wissenschaftlichen Fragestellungen. Verlangt wird ein gesunder und kritischer Menschenverstand, der sich nicht durch einfache Tricks hinters Licht f\u00fchren l\u00e4sst, sondern der bereit ist, die einzelnen Argumente sorgf\u00e4ltig abzuw\u00e4gen. Wer blind und bedingungslos anderen Menschen vertraut, weil sie etwas behaupten, oder wer einfach an etwas glaubt, weil es irgendwo geschrieben steht, der ist f\u00fcr dieses Buch ungeeignet und sollte es nicht lesen. Was hier erwartet wird, ist eine generelle Skepsis gegen\u00fcber vermeintlich sicherem Wissen. Immer wenn jemand besonders intensiv und vehement behauptet, dass er etwas ganz genau und ganz gewiss wei\u00df, sollten wir skeptisch reagieren. Unser Zweifel sollte darin m\u00fcnden, dass wir nachfragen, woher er das denn so genau wei\u00df bzw. wie er zu dem sicheren Wissen gelangt ist. Jemand, der von seiner Grundeinstellung nicht skeptisch ist, sondern alles glaubt, was gedruckt oder in anderen Medien ver\u00f6ffentlicht wurde, der sollte zu anderen B\u00fcchern greifen.<\/p>\n<div class=\"ir\" data-lnum=\"26\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-4382 alignleft\" src=\"http:\/\/berlin-boehm.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Folie1-300x146.png\" alt=\"\" width=\"601\" height=\"292\" srcset=\"http:\/\/berlin-boehm.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Folie1-300x146.png 300w, http:\/\/berlin-boehm.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Folie1-768x375.png 768w, http:\/\/berlin-boehm.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Folie1-705x344.png 705w, http:\/\/berlin-boehm.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Folie1.png 930w\" sizes=\"auto, (max-width: 601px) 100vw, 601px\" \/><\/div>\n<p data-lnum=\"28\">Zus\u00e4tzlich zu einer minimalen Skepsis wird ein gewisses Durchhalteverm\u00f6gen erforderlich werden, was f\u00fcr Mediziner eigentlich kein Problem sein sollte. Da die Argumentationen meistens aufeinander aufbauen, kann das Buch nicht von hinten nach vorn gelesen werden. Wenn jemand einzelne Abschnitte \u00fcberspringt, dann k\u00f6nnten Verst\u00e4ndnisschwierigkeiten auftreten. Es wird deshalb dazu geraten, es von vorn nach hinten zu lesen. Da die Dichte der Argumente hier h\u00f6her sein wird als in der Unterhaltungsliteratur, werden wir uns gelegentlich beim Lesen und beim Nachdenken \u00fcber das Gelesene anstrengen m\u00fcssen. Vielleicht wird es auch erforderlich, den einen oder anderen Abschnitt noch einmal zu lesen. Das soll uns aber nicht abschrecken, denn f\u00fcr die M\u00fche, die wir dabei aufbringen m\u00fcssen, werden wir reichlich belohnt. Anstrengen m\u00fcssen wir uns jedenfalls, denn ohne eine gewisse M\u00fche werden wir uns nicht weiterentwickeln. Und dass das hier ein interessanter Unterhaltungsroman ist, den wir im m\u00fcden Zustand als Bettlekt\u00fcre genie\u00dfen werden, w\u00fcrde uns sowieso keiner glauben.<\/p>\n<p data-lnum=\"30\">Was nicht erwartet wird, sind Kenntnisse in h\u00f6herer Mathematik, Logik oder gar Wissenschaftstheorie. Die vier Grundrechenarten und ein wacher Verstand sind zum Verst\u00e4ndnis v\u00f6llig ausreichend. Einige m\u00f6gen sich dar\u00fcber wundern, warum wir von vornherein auf die gesamte komplizierte Mathematik verzichten k\u00f6nnen. Die Antwort ist auch dieses Mal einfach: weil wir heutzutage exzellente Computerprogramme haben, die uns die Rechenarbeit abnehmen. Wenn wir ein ausreichendes Verst\u00e4ndnis \u00fcber die Methoden gewonnen haben, dann k\u00f6nnen wir die Berechnung mit gutem Gewissen den \u00fcberall verf\u00fcgbaren Softwareprogrammen \u00fcberlassen. Heutzutage w\u00fcrde auch keiner mehr auf die Idee kommen, 100 Zahlen mit der Hand zu addieren. Wir verwenden Taschenrechner oder geben die Daten in ein Tabellenkalkulationsprogramm ein.<\/p>\n<p data-lnum=\"32\">Stellen wir uns folgendes Szenario vor: Sie suchen an einem kalten Dezembertag in einem gro\u00dfen Einkaufszentrum Weihnachtsgeschenke f\u00fcr Ihre Familie. Nach erfolgreicher \u201e<i data-lnum=\"32\">Jagd<\/i>\u201c kehren Sie mit Ihrer \u201e<i data-lnum=\"32\">Beute<\/i>\u201c zu Ihrem Auto zur\u00fcck, das Sie in einem Parkhaus abgestellt haben. Ein \u00e4lterer Herr n\u00e4hert sich Ihnen und bittet Sie um Starthilfe, weil sein alter Nissan nicht mehr anspringt. Er sagt, das w\u00e4re bereits k\u00fcrzlich schon einmal geschehen, so dass er eine leere Batterie als Ursache vermutet. K\u00f6nnen Sie dem Mann helfen und ihm Starthilfe geben, damit sein Auto wieder anspringt? Wahrscheinlich wird es Ihnen so gehen wie den meisten Personen. Sie w\u00fcrden die Frage bejahen, aber zugleich nach der Gebrauchsanweisung im Auto suchen? Dort steht n\u00e4mlich genau beschrieben, welches Kabel an welcher Stelle in welcher Reihenfolge anzuschlie\u00dfen ist, damit kein Auto Schaden nimmt.<\/p>\n<p data-lnum=\"34\">Sollten Sie die Frage nach der Starthilfe bejahen k\u00f6nnen, dann k\u00f6nnen Sie auch erfolgreich dieses Buch studieren, denn es kann wie eine Gebrauchsanweisung gelesen werden. Sollten Sie aber noch nicht ausreichend von Ihren geistigen F\u00e4higkeiten \u00fcberzeugt sein, weil es zu einfach klingt, um wahr zu sein, werden wir jetzt einen schwereren Test w\u00e4hlen. Stellen Sie sich vor, Sie haben gerade einen neuen Fernseher gekauft. K\u00f6nnen Sie den Fernseher gem\u00e4\u00df der beiliegenden Gebrauchsanweisung anschlie\u00dfen? K\u00f6nnen Sie die Batterien in die Fernbedienung legen und den Fernseher dann so konfigurieren, dass Sie tats\u00e4chlich die Fernsehkan\u00e4le sehen, die Sie sehen wollen? Wenn Sie diese Frage mit \u201e<i data-lnum=\"34\">ja<\/i>\u201c beantworten k\u00f6nnen, dann sind Sie bereits \u00fcberqualifiziert f\u00fcr dieses Buch. Wenn Sie sogar noch einen DVD-Spieler anschlie\u00dfen k\u00f6nnen, dann ist der Erfolg mehr als garantiert. Ja, dieses Buch wird Sie unterfordern \u2013 aber Sie sollten es dennoch lesen.<\/p>\n<h2 id=\"sigil_toc_id_2\" data-lnum=\"36\">1.2 Erwartung<\/h2>\n<p data-lnum=\"38\">Dieses Buch wurde in erster Linie aus dem Grund geschrieben, die vordergr\u00fcndige Missempfindung oder gar die Abscheu gegen\u00fcber wissenschaftlichen Methoden abzubauen. Die \u00dcberfrachtung der wissenschaftlichen Methodik mit unverst\u00e4ndlichen Begriffen, eingebettet in komplexe mathematische Formeln, hat dazu gef\u00fchrt, dass viele Personen es strikt vermeiden, sich mit modernen wissenschaftlichen Methoden vertraut zu machen. Komplexe \u00dcberpr\u00fcfungsverfahren erscheinen so verwirrend, dass wir eher T\u00e4uschungsversuche hinter ihnen vermuten als mehr Transparenz. Allein die Verwendung von Begriffen wie \u201e<i data-lnum=\"38\">Statistik<\/i>\u201c oder \u201e<i data-lnum=\"38\">statistisch<\/i>\u201c f\u00fchrt bei einigen Personen zur reflexartigen Abwehr und manchmal auch zu \u00dcbelkeitsattacken.<\/p>\n<div class=\"ir\" data-lnum=\"40\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-4383 alignleft\" src=\"http:\/\/berlin-boehm.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Folie2-300x97.png\" alt=\"\" width=\"368\" height=\"119\" srcset=\"http:\/\/berlin-boehm.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Folie2-300x97.png 300w, http:\/\/berlin-boehm.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Folie2.png 620w\" sizes=\"auto, (max-width: 368px) 100vw, 368px\" \/><\/div>\n<p data-lnum=\"42\">Hinzu kommt, dass wir m\u00f6gliche Irrungen und Wirrungen als Laien nicht wirklich durchschauen. Komplexe Analysen erscheinen uns zun\u00e4chst als sehr verd\u00e4chtig, obwohl sie fast immer erforderlich sind und meistens v\u00f6llig korrekt durchgef\u00fchrt wurden. Aber weil wir uns mit den Methoden nicht auskennen, bleibt unser Misstrauen bestehen. Zus\u00e4tzlich wird unsere Skepsis gen\u00e4hrt durch Spr\u00fcche wie: \u201e<i data-lnum=\"42\">Traue keiner fremden Statistik, sondern nur der eigenen<\/i>.\u201c oder \u201e<i data-lnum=\"42\">Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gef\u00e4lscht hast.<\/i>\u201c.<\/p>\n<p data-lnum=\"44\">Dieses allgemeine Misstrauen ist nicht angebracht und die unterstellten Vermutungen \u00fcber grunds\u00e4tzliche Betr\u00fcgereien sind schlichtweg falsch, denn sonst w\u00fcrde es wohl kaum dieses Buch geben. Es gibt zwar auch B\u00fccher dar\u00fcber, wie wir durch Statistik l\u00fcgen und betr\u00fcgen k\u00f6nnen. Aber wenn wir den Inhalt dieser B\u00fccher genauer betrachten, beschreiben die Verfasser eher, in welcher Art und Weise die \u201e<i data-lnum=\"44\">L\u00fcgner<\/i>\u201c und \u201e<i data-lnum=\"44\">Betr\u00fcger<\/i>\u201c gegen anerkannte wissenschaftliche Methoden versto\u00dfen. Wir werden hier die korrekten Methoden vorstellen und zugleich auf m\u00f6gliche Fallstricke eingehen. Aus den negativen Beispielen k\u00f6nnen wir dann lernen, wie wir nicht vorgehen sollten. In diesem Buch wollen wir unter anderem erlernen, wie wir uns nicht durch einfache Tricks t\u00e4uschen lassen. Damit k\u00f6nnen wir nat\u00fcrlich nicht ausschlie\u00dfen, dass versierte Betr\u00fcger uns gezielt und bewusst t\u00e4uschen, indem sie sich komplizierter Tricks der Statistik bedienen. Solche Betr\u00fcger k\u00f6nnen nur von Fachleuten entlarvt werden, die die angewendeten publizierten Methoden und Daten \u00fcberpr\u00fcfen. Ob ein Betr\u00fcger erfolgreich ist,\u00a0 h\u00e4ngt letztlich von den F\u00e4higkeiten des Betr\u00fcgers und des Betrogenen ab. Wer als Betrogener nicht vorsichtig und umsichtig ist, wer nicht skeptisch ist und wer die Behauptungen nicht auf ihren Wahrheitsgehalt \u00fcberpr\u00fcft, der macht es den Betr\u00fcgern allzu leicht.<\/p>\n<h2 id=\"sigil_toc_id_3\" data-lnum=\"46\">1.3 Belohnung<\/h2>\n<p data-lnum=\"48\">Dieses Buch wurde f\u00fcr diejenigen geschrieben, die eine systematische Einf\u00fchrung in die Sinnhaftigkeit und Struktur wissenschaftlicher oder statistischer Methoden suchen, es aber bisher nicht gewagt haben, sich mit diesen auseinander zu setzen.<\/p>\n<p data-lnum=\"50\">Wir werden an einfachen Beispielen die Grundbegriffe moderner wissenschaftlicher Methoden erl\u00e4utern. Es werden praktische Vorgehensweisen erkl\u00e4rt, um die Verl\u00e4sslichkeit und Glaubw\u00fcrdigkeit von Informationen zu beurteilen. Es werden die grundlegenden Vorgehensweisen wissenschaftlicher Methoden schrittweise eingef\u00fchrt, so dass jeder in die Lage versetzt wird, die ersten selbst\u00e4ndigen Schritte zur eigenen wissenschaftlichen T\u00e4tigkeit zu wagen. Es werden komplexe Probleme verst\u00e4ndlich analysiert, so dass auch umfangreiche Probleme l\u00f6sbar erscheinen. Letztlich wird eine Einf\u00fchrung in die wissenschaftliche Vorgehensweise geboten, die im Alltag und wissenschaftlichen Betrieb erforderlich ist, um unserer heutigen Welt kritisch gegen\u00fcbertreten zu k\u00f6nnen. Und wenn Sie dann wissbegierig geworden sind, wird es Ihnen auch leichter fallen, weitere und tiefergehende Werke \u00fcber wissenschaftliche Methoden zu verstehen.<\/p>\n<p data-lnum=\"52\">Wir w\u00e4hlen hier den Weg einer \u201e<i data-lnum=\"52\">Statistik ohne Statistik<\/i>\u201c, was sich zun\u00e4chst so seltsam anh\u00f6rt wie \u201e<i data-lnum=\"52\">Brot ohne Brot<\/i>\u201c oder \u201e<i data-lnum=\"52\">Auto ohne Auto<\/i>\u201c. Es klingt, als ob wir hungern oder zu Fu\u00df gehen m\u00fcssten, obgleich wir es besser haben k\u00f6nnten. Es klingt, als ob wir auf etwas Gutes, auf etwas Bekanntes verzichten m\u00fcssten. Dieser Eindruck ist falsch, denn das soll mit dem Titel nicht nahe gelegt werden. \u201e<i data-lnum=\"52\">Statistik ohne Statistik<\/i>\u201c soll meinen, dass wir das Gute an der Statistik bewahren und beherzigen und das vermeintlich Schlechte, das Abschreckende \u00fcber Bord werfen. Wir wollen die unbegr\u00fcndeten Vorbehalte gegen\u00fcber der Statistik wegr\u00e4umen, die h\u00e4ufig ver\u00f6ffentlichten Missverst\u00e4ndnisse aufkl\u00e4ren und die \u00c4ngste beseitigen, man k\u00f6nne Statistik nur als Mathematiker verstehen.<\/p>\n<\/div><\/section>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_themeisle_gutenberg_block_has_review":false,"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-4509","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-statistikbuch"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.6 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Die Mission - Berliner Gelassenheit<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"http:\/\/berlin-boehm.de\/Kanty\/archive\/4509\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Die Mission - 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