{"id":3562,"date":"2023-04-03T08:31:14","date_gmt":"2023-04-03T06:31:14","guid":{"rendered":"http:\/\/berlin-boehm.de\/Kanty\/?p=3562"},"modified":"2023-04-05T12:09:57","modified_gmt":"2023-04-05T10:09:57","slug":"krankenhausprivatisierung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/berlin-boehm.de\/Kanty\/archive\/3562","title":{"rendered":"Krankenhausprivatisierung"},"content":{"rendered":"<p><div  class='flex_column av-av_two_third-7714eba142aeda1f8b5272a3c372b279 av_two_third  avia-builder-el-0  el_before_av_tab_container  avia-builder-el-first  first flex_column_div  '     ><section  class='av_textblock_section av-av_textblock-7a1af7d8f9790576b1769c0a9f0449ed '   itemscope=\"itemscope\" itemtype=\"https:\/\/schema.org\/BlogPosting\" itemprop=\"blogPost\" ><div class='avia_textblock'  itemprop=\"text\" ><p><strong>Bachelorarbeit<\/strong> an der Fernuniversit\u00e4t in Hagen, der Fakult\u00e4t f\u00fcr Kultur- und Sozialwissenschaften im Studiengang <strong>Politikwissenschaft<\/strong>, <strong>Verwaltungswissenschaft<\/strong> und <strong>Soziologie<\/strong> zum Thema:<\/p>\n<h3>Die Bedeutung des Rational-Choice-Ansatzes im Modell der Frame-Selektion nach Esser\/Kroneberg<\/h3>\n<\/div><\/section><\/div><br \/>\n<div  class='flex_column av-av_one_third-f1c518e9ff58e869f80c8f093487abc9 av_one_third flex_column_div  '     ><div  class='avia-button-wrap av-av_button-e2cc1d8516d2f9cc9704ca5d0982f298-wrap avia-button-center '>\n<style type=\"text\/css\" data-created_by=\"avia_inline_auto\" id=\"style-css-av-av_button-e2cc1d8516d2f9cc9704ca5d0982f298\">\n#top #wrap_all .avia-button.av-av_button-e2cc1d8516d2f9cc9704ca5d0982f298{\npadding:10px 10px 10px 10px;\n}\n<\/style>\n<a href='http:\/\/berlin-boehm.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/B_RationCT.pdf'  class='avia-button av-av_button-e2cc1d8516d2f9cc9704ca5d0982f298 av-link-btn avia-icon_select-yes-left-icon avia-size-small avia-position-center avia-color-theme-color'  target=\"_blank\"  rel=\"noopener noreferrer\"  aria-label=\"PDF herunterladen\"><span class='avia_button_icon avia_button_icon_left avia-iconfont avia-font-entypo-fontello' data-av_icon='\ue82d' data-av_iconfont='entypo-fontello' ><\/span><span class='avia_iconbox_title' >PDF herunterladen<\/span><\/a><\/div><\/div><br \/>\n<div  class='tabcontainer av-av_tab_container-10cfdcbd90dc7524e00ebc8ee65222cb top_tab  avia-builder-el-2  el_after_av_two_third  avia-builder-el-last '>\n<section class='av_tab_section av_tab_section av-av_tab-17976d85c105785b027a55a00b0417fb'  itemscope=\"itemscope\" itemtype=\"https:\/\/schema.org\/BlogPosting\" itemprop=\"blogPost\" ><div id='tab-id-1-tab' class='tab active_tab' role='tab' aria-selected=\"true\" tabindex=\"0\" data-fake-id='#tab-id-1' aria-controls='tab-id-1-content'  itemprop=\"headline\" >1. Einleitung<\/div><div id='tab-id-1-content' class='tab_content active_tab_content' role='tabpanel' aria-labelledby='tab-id-1-tab' aria-hidden=\"false\"><div class='tab_inner_content invers-color'  itemprop=\"text\" ><h2>1. Einleitung<\/h2>\n<p>Eine der wesentlichen Aufgaben der Soziologie als Wissenschaft besteht nach Max Weber darin, soziales Handeln zu deuten und zu verstehen, um es dadurch urs\u00e4chlich erkl\u00e4ren zu k\u00f6nnen (Weber 1990, S. 1) Dabei wird von Weber unterstellt, dass mit einer Handlung etwas beabsichtigt wird und eine Erkl\u00e4rung dann vorliegt, wenn der Sinn der Handlung verstanden wird. Es wird von Weber zugleich behauptet, dass das soziologische Erkl\u00e4rungsinteresse zwar darin liegt, kollektive Zusammenh\u00e4nge zu erkennen, aber dies wird dadurch erreicht, indem individuelles Handeln erkl\u00e4rt wird. Aus der Sicht eines solchen methodologischen Individualismus sind soziale Ph\u00e4nomene nur erkl\u00e4rbar, indem unterstellt wird, dass Akteure sinnvoll handeln und dadurch die sozialen Ph\u00e4nomene bedingen. Es wird von vornherein als abwegig angesehen, dass kollektive Zust\u00e4nde direkt auf kollektive Zust\u00e4nde wirken bzw. dass es allgemeine kollektive Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten geben k\u00f6nne, die die kollektiven Zusammenh\u00e4nge erkl\u00e4ren k\u00f6nnten (Esser 2001a, S. 27; Schmid 2009, S. 50).<br \/>\nDie hier getroffene Entscheidung zugunsten des methodologischen Individualismus wirkt sich auf ontologische und epistemologische Annahmen der Analyse aus. Ontologisch wird unterstellt, dass alle sozialen Tatbest\u00e4nde auf individuelles Handeln reduzierbar sind und soziale Zusammenh\u00e4nge als eigenst\u00e4ndige Entit\u00e4ten nicht existieren. Deshalb k\u00f6nnen soziologische Zusammenh\u00e4nge auch nur begriffen werden, indem sie auf individuelles Handeln zur\u00fcckgef\u00fchrt werden. Damit muss jeder soziologische Zusammenhang im Makrobereich durch Zusammenh\u00e4nge im Mikrobereich fundiert werden.<br \/>\nUm einerseits die Prinzipien des methodologischen Individualismus zu gen\u00fcgen und andererseits das soziologische Erkenntnisinteresse auf der Makroebene zu befriedigen, wurde das Makro-Mikro-Makro-Modell eingef\u00fchrt (Coleman 1986, S. 1322). In diesem Modell wirken soziale Tatbest\u00e4nde der Makroebene auf den einzelnen Akteur und beeinflussen auf diese Weise sein Handeln auf der Mikroebene. Die einzelnen Handlungen wirken wiederum geb\u00fcndelt bzw. aggregiert auf die Makroebene zur\u00fcck und ver\u00e4ndern somit die sozialen Tatbest\u00e4nde. Kollektive Zusammenh\u00e4nge w\u00e4ren somit durch die beiden \u00dcberg\u00e4nge von der Makroebene auf die Mikroebene und von der Mikroebene auf die Makroebene erkl\u00e4rbar. Auf der Mikroebene wird unterstellt, dass die Akteure zwar von der Makroeben beeinflusst werden, aber ansonsten autonome Entscheidungen gem\u00e4\u00df einer allgemeing\u00fcltigen Handlungstheorie treffen.<br \/>\nVon Esser und Kronberg wird das Modell der Frame-Selektion als allgemeine Handlungstheorie propagiert. Aufbauend auf der Wert-Erwartungstheorie im Rahmen der Rational-Choice-Theorie erweiterten sie den Anwendungsbereich, indem sie Elemente anderer soziologischer Paradigmen wie des symbolischen Interaktionismus und des Strukturfunktionalismus sowie der Einstellungsforschung integrierten (Kroneberg 2011, S. 317f.). Bei der Modellierung der Handlungstheorie verwenden sie die Sprache der subjektiven Erwartungsnutzentheorie (Expected Utility) (SEU-Theorie). Das Modell der Frame-Selektion geht wesentlich \u00fcber den Ansatz der Rational-Choice-Theorie hinaus, weil es die besonderen Bedingungen konkretisiert, unter denen sich der Akteur entscheidet. Es wird anerkannt, dass der komplexe Kontext der Situation, die Definition der Situation, die Selektion der Handlung ma\u00dfgeblich beeinflusst (Kroneberg 2011, S. 317).<br \/>\nDa Esser in dem Modell der Frame-Selektion nicht nur eine einfache Erweiterung der Rational-Choice-Theorie sieht, sondern das Modell auch einer anderen \u201einhaltlichen\u201c Selektionslogik folgt als die Rational-Choice-Theorie (Esser 2006, S. 358f.), w\u00e4re zu \u00fcberpr\u00fcfen, inwieweit das Modell der Frame-Selektion \u00fcberhaupt noch der Rational-Choice-Theorie bzw. der SEU-Theorie bedarf. Es w\u00e4re zum Beispiel denkbar, dass das Modell der Frame-Selektion zwar die SEU-Sprache verwendet, aber ihr inhaltlich nicht mehr folgt.<br \/>\nIn der vorliegenden Studie soll deshalb untersucht werden, ob das Modell der Frame-Selektion \u00fcberhaupt noch die SEU-Theorie als Ausdruck der Rational-Choice-Theorie ben\u00f6tigt oder ob es m\u00f6glicherweise vollst\u00e4ndig auf sie verzichten kann. Da die Rational-Choice-Theorie nicht gleichbedeutend mit der SEU-Theorie ist, sondern sich unter diesem Begriff unterschiedliche Ans\u00e4tze verstehen lassen, m\u00fcssen diese sorgf\u00e4ltig differenziert werden, bevor die Frage beantwortet werden kann.<br \/>\nDie gesamte Analyse beschr\u00e4nkt sich von vornherein auf Entscheidungen \u00fcber die Handlungen einer Person, so dass sich die gesamte Argumentation im Rahmen der Nutzentheorie bewegt. Interaktionen oder strategisches Handeln zwischen Personen bleiben bewusst unber\u00fccksichtigt, obgleich sie eigentlich der Kernbereich einer soziologischen Untersuchung sein sollten. Es wird aber (argumentum a fortiori) unterstellt, dass, sollte die Rational-Choice-Theorie im Modell der Frame-Selektion bereits im Rahmen der Nutzentheorie verzichtbar sein, dieser Verzicht auch auf strategische Entscheidungen zwischen mehreren Personen zutreffen w\u00fcrde.<br \/>\nIn einem ersten Schritt werden diejenigen Aspekte der Rational-Choice-Theorie skizziert, die f\u00fcr den Untersuchungsablauf von Belang sind, und dabei werden vier verschiedene Ans\u00e4tze basierend auf dem Rationalit\u00e4tsprinzip und der Rational-Choice-Theorie definiert. Diese unterschiedlichen Ans\u00e4tze werden nach ihren formellen und inhaltlichen Anforderungen einer instrumentellen Rationalit\u00e4t geordnet. Die h\u00f6chsten Anforderungen erf\u00fcllt der Ansatz des homo oeconomicus (RO), die zweith\u00f6chsten der Ansatz der beschr\u00e4nkten Rationalit\u00e4t (RB), die dritth\u00f6chsten der Ansatz der heuristischen Rationalit\u00e4t (RH) und die geringsten der Ansatz des Rationalit\u00e4tsprinzips (RP).<br \/>\nIn einem zweiten Schritt wird aus der Perspektive des methodologischen Individualismus das Makro-Mikro-Makro-Modell zusammenfassend dargestellt, wobei das Hauptaugenmerk auf der Logik der Situation liegen wird. In der Logik der Selektion wird die besondere Bedeutung der SEU-Theorie als verbindliche Handlungstheorie kurz erl\u00e4utert. Danach wird als verbesserte allgemeine Handlungstheorie das Modell der Frame-Selektion im Detail vorgestellt. Dabei werden die Grundannahmen der beiden Modi der Selektion dargestellt, um den fundamentalen Unterschied des automatischen und des reflexiven Modus zu verstehen. Des Weiteren werden die drei Selektionsmodelle (Frame, Skript, Handlung) analysiert.<br \/>\nIn einem dritten Schritt wird \u00fcberpr\u00fcft, welche der definierten rationalen Ans\u00e4tze \u00fcberhaupt noch f\u00fcr einen der sechs m\u00f6glichen Selektionsschritte (Modus * Modell) erforderlich ist, damit das Modell der Frame-Selektion funktioniert.<br \/>\nDabei wird sich herausstellen, dass die SEU-Sprache bei der Modellierung des Modells der Frame-Selektion zwar h\u00e4ufig verwendet wird, aber inhaltlich nur noch das Rationalit\u00e4tsprinzip RP notwendig und hinreichend ist. Die anderen Ans\u00e4tze k\u00f6nnten f\u00fcr die Selektion der Handlung zwar hilfreich sein, sind aber nicht unbedingt erforderlich. Damit k\u00f6nnte das Modell der Frame-Selektion auf die SEU-Theorie vollst\u00e4ndig verzichten bzw. das Modell w\u00e4re auch mit anderen Selektionsregeln vertr\u00e4glich.<\/p>\n<\/div><\/div><\/section>\n<section class='av_tab_section av_tab_section av-av_tab-4ddca4b27bae05bc78634d4adf3876b0'  itemscope=\"itemscope\" itemtype=\"https:\/\/schema.org\/BlogPosting\" itemprop=\"blogPost\" ><div id='tab-id-2-tab' class='tab' role='tab' aria-selected=\"false\" tabindex=\"0\" data-fake-id='#tab-id-2' aria-controls='tab-id-2-content'  itemprop=\"headline\" >2. Rational-Choice-Ansatz<\/div><div id='tab-id-2-content' class='tab_content' role='tabpanel' aria-labelledby='tab-id-2-tab' aria-hidden=\"true\"><div class='tab_inner_content invers-color'  itemprop=\"text\" ><h2>2. Rational-Choice-Ansatz<\/h2>\n<p>Eine allgemeine Handlungstheorie thematisiert, inwieweit es einem Akteur in einer konkreten Situation gelingt, mit seinem Wissen und seiner Erfahrung ein Problem zu l\u00f6sen (Kroneberg 2011, S. 156). In einer rationalen Handlungstheorie wird unterstellt, dass Menschen sinnvoll handeln, indem sie sich rational entscheiden. Eine Entscheidung, eine bestimmte Handlung auszuf\u00fchren und eine andere nicht, kann selbst wiederum als kognitiver Vorgang oder als Handeln interpretiert werden.<br \/>\nEntscheidungen als Handeln sind bei genauerer Betrachtung komplexe Prozesse von Einzelnen (oder mehreren Personen), die analytisch in mehrere Schritte eingeteilt werden k\u00f6nnen (Gr\u00fcning, K\u00fchn, 2017). Der erste Schritt des Prozesses besteht in der Wahrnehmung eines Problems, das sich einer Person aufdr\u00e4ngen muss, so dass sie sich bewusst und \u00fcberlegt diesem Problem zuwendet. Unbewusstes Handeln bliebe damit ausgeklammert. Im zweiten Schritt wird sich die betroffene Person wahrscheinlich weitere Informationen beschaffen, um das gesamte Ausma\u00df des Problems sowie des Umfeldes zu erfassen und somit den Rahmen m\u00f6glicher L\u00f6sungswege einzugrenzen. Die Person wird au\u00dferdem die vorhandenen Ressourcen und Beschr\u00e4nkungen daraufhin bewerten, welche Handlungsoptionen als L\u00f6sungen tats\u00e4chlich verf\u00fcgbar sind. Im dritten Schritt wird sie die m\u00f6glichen L\u00f6sungswege sorgf\u00e4ltig bewerten und die beste L\u00f6sung ausw\u00e4hlen, wobei sie sich \u00fcber die m\u00f6glichen Konsequenzen der unterschiedlichen Alternativen klar sein muss sowie ihre Pr\u00e4ferenzen und Ziele nicht aus den Augen verlieren darf.<br \/>\nEine derartig systematische und bewusst getroffene Entscheidung ist ein aufwendiger Prozess, der als vern\u00fcnftig bezeichnet werden k\u00f6nnte, wenn die gew\u00e4hlte Handlung tats\u00e4chlich auch f\u00fcr Au\u00dfenstehende als gut begr\u00fcndet erschiene. Ein Entscheidungsprozess ist nach Gr\u00fcning und K\u00fchn gut begr\u00fcndet, wenn er drei Bedingungen erf\u00fcllt: Erstens muss er sich auf ein Ziel richten; zweitens sollte er auf m\u00f6glichst objektiven und vollst\u00e4ndigen Informationen beruhen; und drittens sollte der Prozess klaren methodischen Regeln folgen, die f\u00fcr andere nachvollziehbar sind (Gr\u00fcning, K\u00fchn 2017, S. 34). Erfolgreich muss der Entscheidungsprozess allerdings nicht sein, denn rationale Entscheidungen k\u00f6nnen scheitern, w\u00e4hrend irrationale Entscheidungen \u00e4u\u00dferst erfolgreich sein k\u00f6nnen. Wer zum Beispiel sein gesamtes Verm\u00f6gen beim Roulette auf eine Zahl setzt, k\u00f6nnte auch gewinnen.<\/p>\n<h3>2.1 Rationales Handeln und Rationalit\u00e4tsprinzip<\/h3>\n<p>Begrifflich werden diejenigen k\u00f6rperlichen Aktivit\u00e4ten, die bei einer Person \u00e4u\u00dferlich feststellbar sind, als Verhalten bezeichnet. Von einem rationalen Verhalten kann gesprochen werden, wenn das Verhalten absichtlich, zweckgerichtet und angemessen erfolgt. Wenn sich der Mensch als animal rationale verh\u00e4lt, dann richtet er sich unter anderem nach Prinzipien einer instrumentellen Vernunft, er denkt nach, verarbeitet Informationen und Theorien \u00fcber ein angemessenes Handeln und richtet sich darauf aus, den intendierten Zweck zu erreichen. In solchen F\u00e4llen wird das rationale Verhalten auch Handeln genannt bzw. einzelne Episoden als Handlungen bezeichnet. Erst durch die Absicht, die Intention, ein Ziel zu erreichen, konstituiert sich Handeln und erst dann l\u00e4sst sich nach dem subjektiven Sinn des Handelns fragen (Weber 1990, S. 1; Miebach 2014, S. 20f.). Diese F\u00e4higkeit des Menschen, sich als animal rationale intentional zu verhalten, wird als anthropologische Grundkonstante angesehen, die zugleich als ein \u201eschwaches\u201c und unbezweifelbares Rationalit\u00e4tsprinzip angesehen werden kann (Kirchg\u00e4ssner 2013, S. 262). Sie ist zugleich das anthropologische Fundament f\u00fcr die weiteren Rationalit\u00e4tskonzepte.<br \/>\nHandeln hat demnach einen Grund, n\u00e4mlich die Absicht, ein bestimmtes Ziel zu erreichen (Kroneberg 2011, S. 32). Wird eine Person danach gefragt, warum sie sich daf\u00fcr entschieden hat, eine bestimmte Handlung auszuf\u00fchren und eine andere nicht, wird erwartet, dass die Person ihre Gr\u00fcnde mitteilt, ihre Absichten, ihre Motive, die sie dazu bewogen haben, so zu handeln und nicht anders. Dazu geh\u00f6rt h\u00e4ufig auch die Angabe von Gr\u00fcnden, warum die Handlung als ein geeignetes Mittel angesehen wurde, das Ziel zu erreichen.1<br \/>\nWas m\u00fcsste Handeln auszeichnen, um es zus\u00e4tzlich als rational zu charakterisieren? Wann ist eine Handlung rational bzw. vern\u00fcnftig? Offensichtlich reicht die Intentionalit\u00e4t nicht aus, denn nicht jedes absichtliche Verhalten bzw. Handeln ist rational. Von einem rationalen Handeln wird zus\u00e4tzlich erwartet, dass nicht beliebige Gr\u00fcnde angeben werden, sondern besonders gute Gr\u00fcnde, und das nicht eine beliebige Handlung gew\u00e4hlt wird, sondern eine vorzugsw\u00fcrdige. Als Rationalit\u00e4tsprinzip f\u00fcr Handlungen k\u00f6nnte somit gelten, dass eine rationale Handlung durch \u201egute\u201c Gr\u00fcnde zu begr\u00fcnden ist.2<br \/>\nWas sind \u201egute\u201c Gr\u00fcnde oder wann ist eine Handlung besser als eine andere? Es wird im Folgenden versucht, unterschiedliche Standards f\u00fcr \u201egute\u201c Gr\u00fcnde des instrumentellen Handelns zu formulieren, weil sich \u201egute\u201c Gr\u00fcnde nur kontextsensitiv formulieren lassen. Ein Akteur k\u00f6nnte zum Beispiel eine Handlung H1 ausf\u00fchren, weil er sich davon einen Nutzen verspricht. W\u00e4ren f\u00fcr den Akteur in der konkreten Situation aber vier Handlungsalternativen H1, H2, H3 und H4 durchf\u00fchrbar gewesen und h\u00e4tte er davon eine beliebige ausgew\u00e4hlt, &#8211; ohne besonders dar\u00fcber nachzudenken -, dann h\u00e4tte es zwar Gr\u00fcnde f\u00fcr die Handlung H1 gegeben, aber keine \u201eguten\u201c Gr\u00fcnde. Von \u201eguten\u201c Gr\u00fcnden h\u00e4tten wir erwartet, dass der Akteur sagt, warum er genau die konkrete Alternative H1 w\u00e4hlte und nicht eine andere. Erst wenn der Akteur begr\u00fcndet h\u00e4tte, dass die ausgew\u00e4hlte Handlung zu einem h\u00f6heren Nutzen gef\u00fchrt hat als die anderen Handlungen oder wenn sie weniger Ressourcen verbrauchte, w\u00fcrde die Wahl als vorzugsw\u00fcrdig, als rational bzw. vern\u00fcnftig akzeptiert.<br \/>\nDamit ist eine rationale Handlung eine Handlung, die aufgrund einer rationalen Entscheidung gew\u00e4hlt wurde. Wenn zwei Handlungsalternativen H1 und H2 gew\u00e4hlt werden k\u00f6nnten und f\u00fcr den Akteur erkennbar ist, dass H1 eindeutig besser, geeigneter oder n\u00fctzlicher ist, dann ist die Entscheidung zugunsten von H1 rational. W\u00fcrde der Akteur dagegen H2 w\u00e4hlen, w\u00fcrde die Auswahl der Handlung als irrational bezeichnet. Demnach reicht es f\u00fcr eine rationale Entscheidung nicht aus, eine Wahl nach Belieben zu treffen, sondern es bedarf einer qualifizierten Selektionsregel, nach Besserem oder N\u00fctzlicherem zu streben.3<br \/>\nBei einer rationalen Handlung k\u00f6nnte nach Schnabel sogar noch zwischen einer Wunschkomponente und einer \u00dcberzeugungskomponente differenziert werden (Schnabel 2005, S. 280), wenn unterstellt wird, dass der Akteur diejenige Alternative w\u00fcnscht (will), die er f\u00fcr das Beste h\u00e4lt, und wenn der Akteur zugleich davon \u00fcberzeugt ist, dass diese Alternative zum bestm\u00f6glichen Resultat f\u00fchrt. Die \u00dcberzeugung w\u00fcrde damit die Handlung unter der Sicht der konkreten Situation begr\u00fcnden und der Wunsch zugleich das Motiv offenbaren, warum nach dem Ziel gestrebt wird.<br \/>\nDamit von rationalem Handeln gesprochen werden kann, m\u00fcssen drei Bedingungen erf\u00fcllt sein (Diekmann 1996, S. 91ff.): Erstens m\u00fcsste der Akteur selbst\u00e4ndig handeln wollen (Kirchg\u00e4ssner 2013, S. 263). Zweitens m\u00fcsste der Akteur beim Handeln \u00fcber einen Entscheidungsspielraum verf\u00fcgen und somit zwischen alternativen Handlungen w\u00e4hlen k\u00f6nnen. Und drittens m\u00fcsste durch eine explizite und bekannte Entscheidungsregel festgelegt werden, welche alternative Handlung ausgef\u00fchrt werden sollte. Mit diesen Bedingungen ist der formelle Rahmen festgelegt, den alle Handlungen erf\u00fcllen m\u00fcssen, wenn sie als rational charakterisiert werden sollen.<\/p>\n<h3>2.2 Rational-Choice-Theorie<\/h3>\n<p>Das Besondere der Rational-Choice-Theorie wird mit dem Bisherigen noch nicht erfasst, denn es basiert auf einem sehr viel differenzierteren Menschenbild. Bisher wurde dem Menschen nur die F\u00e4higkeit zugesprochen, sich intentional zu verhalten bzw. zu handeln und sich zus\u00e4tzlich durch rationales Handeln auszuzeichnen, das ein Streben nach der besseren Handlungsalternative beinhaltet.<br \/>\nDie Rational-Choice-Theorie ben\u00f6tigt ein anspruchsvolleres Menschenbild (Kirchg\u00e4ssner 2013, S. 265). Danach sieht sich der t\u00e4tige Mensch immer beschr\u00e4nkten Ressourcen ausgesetzt, die ihn in seinen M\u00f6glichkeiten einschr\u00e4nken (Restricted); der Mensch geht lernend und mit Bedacht mit den beschr\u00e4nkten Ressourcen um (Resourceful); der Mensch sieht die Folgen seiner Handlungen mit subjektiven Wahrscheinlichkeiten voraus (Expecting); der Mensch hat geordnete Pr\u00e4ferenzen und bewertet die Folgen seiner Handlung danach (Evaluating); und der Mensch versucht den erwarteten Nutzen zu maximieren (Maximizing) (Lindenberg 1985, S. 100).<br \/>\nDieses Menschenbild, dass unter dem Akronym RREEMM bekannt ist, erscheint auf den ersten Blick plausibel, weil es aus dem Alltag vertraut erscheint. In einer konkreten Situation k\u00f6nnte zum Beispiel ein Akteur daran interessiert sein, bestimmte Ressourcen (Spaghetti und Rotwein) zu kontrollieren, um Hunger und Durst zu stillen. Wenn er die Ressourcen aber selber nicht kontrolliert, weil nur der Restaurantbesitzer \u00fcber sie verf\u00fcgt, dann er wird er sich zielgerichtet zum Essen in das Restaurant begeben m\u00fcssen. W\u00fcrde dagegen der Akteur die Ressourcen kontrollieren, indem er sie zuvor gekauft h\u00e4tte, dann br\u00e4uchte er nicht ins Restaurant einkehren, sondern k\u00f6nnte sie zu einem Essen mit Freunden einsetzen, um das Ziel (Treffen mit Freunden) zu erreichen. Insgesamt wird mit diesem Menschenbild unterstellt, dass Akteure situationsgerecht und vern\u00fcnftig handeln, indem sie Probleme l\u00f6sen und dabei ihre beschr\u00e4nkten Ressourcen optimal einsetzen.<br \/>\nAllerdings ist fraglich, ob der Mensch mit diesem Menschenbild wirklich in seinem Wesen erfasst wird oder ob es nicht zu einseitig auf den wirtschaftlichen Blickwinkel eingeengt ist. Das Menschenbild des RREEMM unterstellt, dass ein Akteur in der Regel nur dann ein Ziel ausw\u00e4hlt, wenn er sich beim Erreichen des Zieles einen Nutzen verspricht. Das Ergebnis der Handlung, die Handlungsfolge bzw. Konsequenz, muss f\u00fcr ihn n\u00fctzlich, erstrebenswert oder wertvoll sein, denn nur dann w\u00fcrde sich die Handlung f\u00fcr ihn lohnen. Einfach nur Handeln w\u00e4re bei diesem Menschenbild eine Verschwendung von Zeit und Energie.<\/p>\n<h3>2.3 Nutzentheorie<\/h3>\n<p>Die vorliegende Untersuchung vereinfacht die Rational-Choice-Theorie bewusst auf die Nutzentheorie und schlie\u00dft Aspekte der Spieltheorie v\u00f6llig aus. In der Nutzentheorie werden Entscheidungssituationen behandelt, in denen der Akteur zwar auf seine Umgebung achtet, aber die Interaktionen mit anderen Akteuren unber\u00fccksichtigt l\u00e4sst (Braun 2013, S. 401). Damit bleiben strategische Entscheidungssituationen und Spielsituationen au\u00dferhalb des Untersuchungsbereiches.<br \/>\nDer Kern der Entscheidungs- bzw. Nutzentheorie ist die Erwartungsnutzentheorie (expected utility), die darauf basiert, dass die erwarteten Folgen der Handlungsalternativen mit einem Nutzen bewerten werden und dann diejenige Alternative gew\u00e4hlt wird, die den h\u00f6chsten Gesamtnutzen aufweist. Die Grundprinzipien der Nutzentheorie werden erkl\u00e4rt, um daraus verschiedene Ans\u00e4tze abzuleiten.<\/p>\n<h4>2.3.1 Alternativen und Handlungsfolgen<\/h4>\n<p>Exemplarisch leidet ein Akteur an einer Erkrankung und es stehen ihm zwei Handlungsalternativen H1 und H2 zur Verf\u00fcgung, die zu jeweils unterschiedlichen Folgen (F1, \u2026, F5) f\u00fchren. Die Handlung H1 entspricht zum Beispiel einer Operation, die zu zwei Folgen f\u00fchren kann: erfolgreiche Operation (Folge F1) oder Misserfolg (Folge F2). Alternativ k\u00f6nnte der Akteur als Handlung H2 auch ein Medikament einnehmen, was zur Heilung (Folge F3), weiterbestehender Entz\u00fcndung (Folge F4) oder Tod (Folge F5) f\u00fchren k\u00f6nnte.<br \/>\nNat\u00fcrlich k\u00f6nnte der Akteur auch gar nichts tun, &#8211; und an seiner Erkrankung sterben -, oder aber er tut etwas v\u00f6llig anderes als erwartet oder als er selbst beabsichtigt (Akrasia). In allen diesen F\u00e4llen k\u00f6nnten die Handlungen nicht als vern\u00fcnftig rekonstruiert bzw. verstanden werden, so dass sie im Weiteren unber\u00fccksichtigt bleiben.<br \/>\nEs wird unterstellt, dass sich die Alternativen H1 und H2 wechselseitig ausschlie\u00dfen und unabh\u00e4ngig voneinander zu den Folgen f\u00fchren. Au\u00dferdem wird angenommen, dass der Akteur die Entscheidung bewusst und selbst\u00e4ndig trifft.<\/p>\n<h4>2.3.2 Bewertungen, Pr\u00e4ferenzen und Nutzen<\/h4>\n<p>Die individuellen Einstellungen, die der Akteur zu den jeweiligen Handlungsfolgen (F1, \u2026, F5) einnimmt, werden als Pr\u00e4ferenzen bezeichnet. Sie sind fast immer stark kontextabh\u00e4ngig, denn sowohl das angestrebte Ziel und die verf\u00fcgbaren Ressourcen als auch die gesamten Begleitumst\u00e4nde k\u00f6nnen die individuelle Einstellung beeinflussen.<br \/>\nWie deutlich werden wird, sind geordnete Pr\u00e4ferenzen eine conditio sine qua non der Nutzentheorie. Zu geordneten Pr\u00e4ferenzen gelangt der Akteur, indem er alle Handlungsfolgen Fx und Fy gem\u00e4\u00df einer einfachen Relation bewertet: Fx wird gegen\u00fcber Fy pr\u00e4feriert, wobei unbestimmt bleibt, worauf die Pr\u00e4ferenz beruht (Eisenf\u00fchr und Weber 1994, S. 30). Der Akteur bewertet jede einzelne Folge (F1, \u2026, F5) und ordnet sie gem\u00e4\u00df ihrer Pr\u00e4ferenz. Erst dann kann eine Nutzenfunktion modelliert werden, die jede Pr\u00e4ferenz mit einer Zahl ausdr\u00fcckt. Diese Zahlen dr\u00fccken den Nutzen (N1, \u2026, N5) f\u00fcr den Akteur aus. Damit die Nutzenfunktion als Repr\u00e4sentation der Pr\u00e4ferenzen bei Entscheidungen unter Sicherheit aufgefasst werden k\u00f6nnen, m\u00fcssen die Pr\u00e4ferenzen stabil und wohldefiniert geordnet sein. Diese Pr\u00e4ferenzordnung ist nur m\u00f6glich, wenn die Pr\u00e4ferenzen vollst\u00e4ndig, konsistent und transitiv sind (Braun 2013, S. 404; Mahmoud 2017, S. 569f.; Rieskamp et al. 2006, S. 633). Wenn diese Bedingungen nicht erf\u00fcllt sind, kann keine Nutzenfunktion aufgestellt werden.<br \/>\nJe nachdem, ob die Rational-Choice-Theorie instrumentell oder realistisch interpretiert wird, wird der Begriff des Nutzens unterschiedlich verwendet (Rechenauer 2009, S. 73 f.). In der instrumentellen Deutung wird er als formaler Nutzen NF angesehen, der nur \u00fcber die Nutzenfunktion definiert ist, w\u00e4hrend er in der realistischen Deutung als substantieller Nutzen NS interpretiert wird, der sich auf konkrete Nutzen bezieht. Diese Unterscheidung zwischen NF und NS ist deshalb so wichtig, weil viele Missverst\u00e4ndnisse \u00fcber die Rational-Choice-Theorie darauf beruhen, dass NS unreflektiert als die Standardinterpretation verwendet wird, obgleich die meisten Anh\u00e4nger der Rational-Choice-Theorie nur die instrumentelle Interpretation f\u00fcr geeignet halten (Tutic 2016, S. 141).<br \/>\nBei einem substantiellen Nutzen NS wird festgelegt, worin der Nutzen tats\u00e4chlich f\u00fcr den Akteur besteht. Bei Esser besteht der Nutzen darin, soziale Anerkennung zu gewinnen oder k\u00f6rperliche Bed\u00fcrfnisse zu befriedigen (Esser 2001a, S. 92). Ein Akteur handelt, um einen derartig spezifizierten Nutzen zu produzieren (Esser 2001a, S. 86). Und er zieht eine Alternative einer anderen nur vor, weil der definierte Nutzen NS h\u00f6her ist als bei den anderen Alternativen. Dieser noch von Esser verwendete Nutzenbegriff NS ist weder vertr\u00e4glich mit der instrumentellen Deutung der Nutzentheorie (Linnebach 2016, S. 127) noch der letzten Version des Modells der Frame-Selektion, denn das Modell \u00fcbernimmt \u201edie im RC-Ansatz vorherrschende technische Interpretation von Nutzenfunktionen als Ausdruck von Pr\u00e4ferenzen.\u201c (Kroneberg 2011, S. 142) Hier besteht der formale Nutzen NF lediglich in seiner Repr\u00e4sentationsfunktion als Zahl (Rechenauer 2009, S. 74; Schmid 2011, S. 220f.), die durch die spezielle Nutzenfunktion modelliert wurde. Die Nutzenfunktion ordnet die Handlungsfolgen gem\u00e4\u00df der Pr\u00e4ferenz des Akteurs jeweils eine reelle Zahl zu, dem Nutzen NF. Der Nutzen ist \u00fcblicherweise ordinal skaliert und repr\u00e4sentiert somit lediglich eine Rangordnung. Aus dem so formulierten h\u00f6heren Nutzen NF kann lediglich gefolgert werden, dass der Akteur die pr\u00e4ferierte Folge h\u00f6her bewertet als eine andere. Dabei wird weder eine inhaltliche Festlegung getroffen noch werden die Abst\u00e4nde zwischen den Werten interpretiert.<br \/>\nEs ist \u00e4u\u00dferst wichtig, die fundamentale Bedeutung einer geordneten Pr\u00e4ferenzordnung des Akteurs zu verstehen. Wenn der Akteur n\u00e4mlich seine Pr\u00e4ferenzen eindeutig geordnet hat, dann hat er damit auch ausgedr\u00fcckt, was ihm wichtiger oder n\u00fctzlicher ist, denn eine h\u00f6here Pr\u00e4ferenz bildet sich in einem h\u00f6heren Nutzen ab (Earl 1990, S. 761). Wenn ein Akteur eine Handlungsfolge F1 gegen\u00fcber einer anderen Folge F2 pr\u00e4feriert, &#8211; und sie somit auch mehr Nutzen NF f\u00fcr ihn hat -, dann wird zu Recht erwartet, dass er die Folge auch anstrebt und somit die geeignete Handlung w\u00e4hlt. W\u00fcrde ein Akteur F1 pr\u00e4ferieren, aber dennoch eine Handlung w\u00e4hlen, die zur Folge F2 f\u00fchrt, dann w\u00e4re seine Entscheidung unverst\u00e4ndlich, unvern\u00fcnftig, irrational und inkonsistent mit seiner Pr\u00e4ferenzordnung (Rieskamp et al. 2006, S. 633). F\u00fcr andere Akteure w\u00fcrde rationales Handeln nur verst\u00e4ndlich sein, wenn er konsistent handelt, wenn sich der Akteur an seine Pr\u00e4ferenzen h\u00e4lt. Rationales Handeln wird somit zum konsistenten Handeln (Tutic 2015, S. 85).<br \/>\nDamit wird der in der Rational-Choice-Theorie verankerte Imperativ verst\u00e4ndlich, dass ein Akteur diejenige Handlung w\u00e4hlen sollte, die ihm den gr\u00f6\u00dften Nutzen bringt (Green, Shapiro 1999, S. 24f.). Wer seine Pr\u00e4ferenzen ordnen kann und wer ihnen gem\u00e4\u00df konsistent handelt, der wird immer die Handlung w\u00e4hlen, die den gr\u00f6\u00dferen Nutzen NF bringt. Daran ist nicht ein besonderer Nutzenbegriff schuld, sondern das Verm\u00f6gen einer Person, seine Pr\u00e4ferenzen zu ordnen \u2013 nicht mehr und nicht weniger. Wenn von Esser behauptet wird, dass in der Logik der Selektion die Regel des Handelns darin liegt, den erwarteten Nutzen zu maximieren (Esser 2001a, S. 258), dann dr\u00fcckt das nur aus, dass der Akteur eine Pr\u00e4ferenzordnung setzt und danach handelt (Rieskamp et al. 2006, S. 651). \u201eMaximiere den Nutzen NF\u201c bedeutet somit nur: \u201ew\u00e4hle die Handlung mit der h\u00f6chsten Pr\u00e4ferenz\u201c (Linnebach 2016, S. 126).<br \/>\nUmgekehrt bedeutet dieser Zusammenhang aber auch, dass der Nutzen nicht maximiert werden kann, wenn keine Pr\u00e4ferenzordnung vorliegt.<\/p>\n<h4>2.3.3 Erwartungen und Wahrscheinlichkeiten<\/h4>\n<p>Die Berechnung eines erwarteten Nutzens h\u00e4ngt wesentlich davon ab, f\u00fcr wie wahrscheinlich das Eintreten eines Ereignisses bzw. der Folge gehalten wird. In den meisten Situationen kann der Akteur nicht mit Sicherheit voraussagen, welche Folge seine Handlung tats\u00e4chlich haben wird. Er muss immer damit rechnen, etwas nicht ausreichend ber\u00fccksichtigt zu haben, so dass eine andere und vielleicht auch eine nicht beabsichtigte Folge eintritt. M\u00f6glicherweise interagiert auch ein zuf\u00e4llig auftretendes Ereignis mit der eigenen Handlung und ver\u00e4ndert damit die gesamten Bedingungen, so dass eine andere Folge eintritt.<br \/>\nInsgesamt werden drei Arten der Unsicherheit in Entscheidungssituationen unterschieden (Esser 2001a, S. 254f.): Entscheidungen k\u00f6nnen unter Sicherheit, unter Risiko oder unter Unsicherheit des Eintretens der Folgen vorgenommen werden. Eine Entscheidung unter Sicherheit zeichnet sich dadurch aus, dass sie genau zu der bekannten und erw\u00fcnschten Folge einer ausgew\u00e4hlten Handlung f\u00fchrt und der Akteur perfekt \u00fcber Handlung und ihre Folge informiert ist. Diese Situationen sind insgesamt selten und bleiben deshalb unber\u00fccksichtigt.<br \/>\nAm H\u00e4ufigsten treten Entscheidungen unter Risiko auf, bei denen der Akteur eine bestimmte Wahrscheinlichkeit des Eintretens der Folgen erwartet (Braun 2013, S. 404f.). Inhaltlich werden die Wahrscheinlichkeiten als subjektivistisch und nicht als frequentistisch interpretiert (Eisenf\u00fchr und Weber 1994, S. 150 f.). Wahrscheinlichkeiten sind damit individueller Ausdruck von Meinungen \u00fcber einen Sachverhalt.<br \/>\nEntscheidungen unter Unsicherheit liegen dann vor, wenn der Akteur \u00fcber so wenig Informationen verf\u00fcgt, dass er eine Wahrscheinlichkeit des Eintretens der Folgen nicht verl\u00e4sslich einsch\u00e4tzen kann. In diesen Situationen wird er gezwungen sein, sich entweder zus\u00e4tzliche Informationen zu beschaffen, um dann eine Wahrscheinlichkeit zu sch\u00e4tzen, oder er wird eine Entscheidungsregel einsetzen, die davon abh\u00e4ngt, ob er eher ein risikoscheuer, risikoindifferenter oder risikofreudiger Akteur ist. Manche Akteure pr\u00e4ferieren als Pessimisten eher diejenige Handlung, welche beim Eintreten der ung\u00fcnstigsten Folge am gr\u00f6\u00dften ist gem\u00e4\u00df der Maximin-Regel (Esser 2001a, S. 289f.). Andere Akteure sind dagegen optimistischer und entscheiden nach der Maximax-Regel. Sie w\u00e4hlen dann diejenige Handlung, die beim Eintreten der g\u00fcnstigsten Folge am gr\u00f6\u00dften ist. Auch die Entscheidungen unter Unsicherheit bleiben im Folgenden unber\u00fccksichtigt, denn ohne vermutete Wahrscheinlichkeiten kann keine Berechnung vorgenommen werden.<\/p>\n<h4>2.3.4 Subjektive Erwartungsnutzentheorie (SEU)<\/h4>\n<p>F\u00fcr die von Neumann und Morgenstern begr\u00fcndete Erwartungsnutzentheorie ist unabdingbar, dass eine Nutzenfunktion u(Fi) vorliegt, die jeder Folge Fi eine reelle Zahl zuordnet, ohne dass eine weitere Skalierung erforderlich wird (von Neumann, Morgenstern 1947). Es soll betont werden, dass diese Nutzenfunktion die Pr\u00e4ferenzen nur dann abbildet, wenn die Pr\u00e4ferenzen die Axiome der vollst\u00e4ndigen Ordnung, Stetigkeit und Unabh\u00e4ngigkeit erf\u00fcllen (Eisenf\u00fchr und Weber 1994, S. 203).<br \/>\nAufgrund der Wahrscheinlichkeiten pi des Eintretens der Folgen (Fi) und des jeweiligen Nutzens kann der erwartete Nutzen (EU=Expected Utility) f\u00fcr jede Alternative Hi nach der Formel \u201eEU(Hi)=?pi*u(Fi)\u201c berechnet werden (Esser 2001a, S. 257). Wer sich rational verh\u00e4lt, der w\u00fcrde dann nach der EU-Theorie diejenige Alternative w\u00e4hlen, die zum gr\u00f6\u00dften erwarteten Nutzen (EU) f\u00fchrt.<br \/>\nVon Savage wurde nachgewiesen, dass aus den Pr\u00e4ferenzaussagen auch Wahrscheinlichkeitsaussagen abgeleitet werden k\u00f6nnen, so dass statt objektiver Wahrscheinlichkeiten die pers\u00f6nlichen Glaubw\u00fcrdigkeiten bzw. Vermutungen der Akteure verwendet werden k\u00f6nnen (Savage 1972). Diese Glaubw\u00fcrdigkeiten werden als subjektive Wahrscheinlichkeiten bezeichnet, so dass die Erwartungsnutzentheorie zur subjektiven Erwartungsnutzentheorie (SEU-Theorie) weiterentwickelt wurde, die analog den subjektiv erwarteten Nutzen einer Handlung berechnet (Lindenberg, Frey 1993, S. 201; Esser 2001a, S. 344).<br \/>\nF\u00fcr rationales Handeln gem\u00e4\u00df der SEU-Theorie m\u00fcssen insgesamt folgende Grundannahmen erf\u00fcllt sein (Esser 2001a, S. 297; Schmid 2009, S. 51f.):<br \/>\n1. Der Akteur muss die Menge der verf\u00fcgbaren Handlungsalternativen kennen und eindeutig voneinander unterscheiden.<br \/>\n2. Der Akteur muss \u00fcber eine klar definierte, vollst\u00e4ndige und konsistente Pr\u00e4ferenzordnung verf\u00fcgen.<br \/>\n3. Der Akteur kennt die Wahrscheinlichkeiten, mit denen die Folgen der Handlungen zu erwarten sind.<br \/>\n4. Es wird diejenige Alternative gew\u00e4hlt, die den Nutzen maximiert.<\/p>\n<h3>2.4 Ans\u00e4tze der instrumentellen Rationalit\u00e4t<\/h3>\n<p>Aufbauend auf diesen Grundannahmen werden Anforderungen formuliert, die jeder Ansatz einer instrumentellen Rationalit\u00e4t erf\u00fcllen sollte. Die h\u00f6chsten Anforderungen erf\u00fcllt der Ansatz des homo oeconomicus (RO), die zweith\u00f6chsten der Ansatz der beschr\u00e4nkten Rationalit\u00e4t (RB), die dritth\u00f6chsten der Ansatz einer heuristischer Rationalit\u00e4t (RH) und die geringsten der Ansatz des Rationalit\u00e4tsprinzips (RP).<\/p>\n<h4>2.4.1 Homo oeconomicus<\/h4>\n<p>Urspr\u00fcnglich wurde das Modell des homo oeconomicus in der Mikro\u00f6konomie entwickelt und bezeichnet einen Menschen, der seine Entscheidungen ausschlie\u00dflich unter \u00f6konomischen Gesichtspunkten trifft. In dem Modell werden die Akteure ausschlie\u00dflich als Konsumenten oder Produzenten abgebildet, die \u00fcber alle relevanten Informationen (Kosten, Nutzen, G\u00fcter und M\u00e4rkte) verf\u00fcgen, alle Entscheidungsalternativen kennen und somit immer optimale rationale Entscheidung gem\u00e4\u00df der SEU-Theorie treffen k\u00f6nnen (Lindenberg, Frey 1993, S. 194).<br \/>\nDer homo oeconomicus kennt und ber\u00fccksichtigt nur egoistische Ziele und strebt unter Aufwendung aller verf\u00fcgbaren Mittel danach, seinen eigenen Nutzen zu maximieren, ohne sich um die Bed\u00fcrfnisse oder Belange anderer Menschen zu k\u00fcmmern (Kron, Winter 2013, S. 45). In der \u00d6konomie wurde der Akteur bewusst und gewollt idealisiert und aller empirischen Unzul\u00e4nglichkeiten beraubt, damit er in mathematische Modelle integriert werden konnte. Es ging den \u00d6konomen bei der Modellierung nicht um eine realit\u00e4tsnahe Nachbildung individueller Entscheidungen, sondern um eine Repr\u00e4sentation der Dynamik von M\u00e4rkten, denn sie wollten die Reaktionen von Marktver\u00e4nderungen verstehen (Ross 2014, S. 412). Es kann deshalb nicht verwundern, dass die Entscheidungen eines homo oeconomicus nicht vereinbar sind mit empirischen Ph\u00e4nomenen des Altruismus, der Reziprozit\u00e4t oder der inneren Verpflichtung (Kirchg\u00e4ssner 2013, S. 270).<br \/>\nAuch wenn der homo oeconomicus nicht \u201ereal existiert\u201c, ist er doch als Idealtypus ein fruchtbares Modell, um zu analysieren, wie perfekt rationale Marktteilnehmer entscheiden w\u00fcrden. Er wird hier als extremer (\u201eenger\u201c) Ansatz der Rational-Choice-Theorie (RO) modelliert. Er muss die Bedingungen der Nutzentheorie im Sinne der SEU-Theorie und die folgenden vier Anforderungen erf\u00fcllen (Opp 1999, S. 173f.):<br \/>\n1. Der Akteur muss alle verf\u00fcgbaren Handlungsalternativen einschlie\u00dflich der Einschr\u00e4nkungen und verf\u00fcgbaren Ressourcen kennen.<br \/>\n2. Der Akteur richtet sich nur nach seinen egoistischen Pr\u00e4ferenzen.<br \/>\n3. Der Akteur ist vollst\u00e4ndig informiert.<br \/>\n4. Es wird diejenige Alternative gew\u00e4hlt, die seinen Nutzen maximiert.<\/p>\n<h4>\n2.4.2 Beschr\u00e4nkte Rationalit\u00e4t<\/h4>\n<p>Da Personen nicht \u00fcber alle Informationen verf\u00fcgen k\u00f6nnen, die wichtig f\u00fcr die Entscheidung sein k\u00f6nnten, und da sie auch nicht nur strikt egoistisch handeln, sind die Anforderungen zu beschr\u00e4nken, die zuvor an den Idealtypus des homo oeconomicus gestellt wurden. Die Forderung, nach maximalem Nutzen zu streben, kann aufrecht erhalten bleiben, weil sich das Maximum nicht auf das allgemein oder denkbar \u201emaximal M\u00f6gliche\u201c bezieht, sondern auf diejenige Folge, die in der konkreten Situation die h\u00f6chste Pr\u00e4ferenz aufweist (s. Kap. 2.3.2.).<br \/>\nSimon wies bereits 1955 daraufhin, dass die theoretische Unterstellung einer optimalen (globalen) Rationalit\u00e4t des homo oeconomicus einer beschr\u00e4nkten (bounded, limited) Rationalit\u00e4t des realen Menschen weichen m\u00fcsse, wenn man sich am tats\u00e4chlichen Verhalten von Menschen orientiert (Simon 1955). Aufgrund der beschr\u00e4nkten kognitiven F\u00e4higkeiten wird der Mensch gezwungen, sich in komplexen Situationen mit bescheideneren Anspr\u00fcchen zufrieden zu geben, als immer nach einer optimalen L\u00f6sung zu suchen. In allen konkreten Entscheidungssituationen herrschen Zeitnot und Informationsmangel, Personen kennen nicht alle Alternativen, entscheiden unter Risiko oder Unsicherheit und sind h\u00e4ufig unf\u00e4hig, die Wahrscheinlichkeiten zu berechnen, mit denen die Folgen eintreten. Sie suchen deshalb in der konkreten Situation nicht nach der besten (optimalen) Entscheidung, sondern nur nach einer, die ihre konkreten Anspr\u00fcche in der bestimmten Situation gen\u00fcgt (\u201esatisficing\u201c), wobei das zu erf\u00fcllende Anspruchsniveau nicht ein f\u00fcr alle Male festgelegt ist, sondern sich im Laufe der Zeit oder in anderen Situationen ver\u00e4ndern kann (Simon 1955, S. 111f.).<br \/>\nSich mit einem gefundenen Ergebnis zufrieden zu geben und nicht unbestimmt nach einer optimalen oder doch nur besseren L\u00f6sung zu suchen, ist eine allgemein akzeptierte Suchstrategie, die sich auch experimentell best\u00e4tigen lie\u00df (Caplin et al. 2011). Allerdings sind Simons allgemeine Ausf\u00fchrungen, was genau unter \u201esatisficing\u201c zu verstehen ist, bisher nicht genau spezifiziert worden. Manski empfahl k\u00fcrzlich, \u201esatisficing\u201c durch ex ante Entscheidungen zu modellieren, die dem Prinzip des minimalen Bedauerns folgen (Manski 2017, S. 156). Dabei handelt es sich um das Modell eines pessimistischen Akteurs, der eine Entscheidung unter Unsicherheit zu treffen hat und dabei eine Handlung w\u00e4hlt, in der das maximale Bedauern minimiert wird. Obgleich das Modell theoretisch plausibel ist, konnte in einer experimentellen Studie nicht best\u00e4tigt werden, dass die Probanden tats\u00e4chlich so vorgehen, wie es das Modell prognostizierte (Hey et al. 2017, S. 345ff.).<br \/>\nAuch eine beschr\u00e4nkte Rationalit\u00e4t (RB) m\u00fcsste gem\u00e4\u00df der SEU-Theorie modellierbar sein und zugleich die folgenden vier Anforderungen erf\u00fcllen (Opp 1999, S. 173f.):4<br \/>\n1. Der Akteur kennt einige Handlungsalternativen einschlie\u00dflich der subjektiv empfundenen Einschr\u00e4nkungen und verf\u00fcgbaren Ressourcen.<br \/>\n2. Der Akteur richtet sich nicht nur nach seinen egoistischen Pr\u00e4ferenzen.<br \/>\n3. Der Akteur ist soweit informiert, dass er eine fundierte Entscheidung treffen kann.<br \/>\n4. Es wird diejenige Alternative gew\u00e4hlt, die seinen Nutzen maximiert.<br \/>\nAuch die Prospect Theory von Kahnemann und Tversky (Kahnemann, Tversky 1979) wird unter RB subsumiert.<\/p>\n<h4>2.4.3 Heuristische Rationalit\u00e4t<\/h4>\n<p>Nachdem in empirischen Studien nachgewiesen wurde, dass sich Akteure in ihren Entscheidungen regelhaft viel st\u00e4rker von der konkreten Situation beeinflussen lassen als erwartet, dass sie ihre Pr\u00e4ferenzen eher nicht-linear bewerten anstatt linear, und dass sie ihre Verluste sogar h\u00f6her bewerten als ihren Gewinn, war die SEU-Theorie und damit auch der Ansatz der beschr\u00e4nkte Rationalit\u00e4t RB als allgemeine Handlungstheorie falsifiziert (Etzrodt 2007, S. 67f.).5<br \/>\nZugleich wurde in Studien beobachtet, dass die meisten Personen einfachere Heuristiken als Entscheidungsregeln verwenden, die selbst in komplexen Situationen zu erfolgreichen L\u00f6sungen f\u00fchren (Baurmann 2008, S. 557). Allerdings versto\u00dfen sie dabei h\u00e4ufig gegen Regeln der deduktiven Logik und Wahrscheinlichkeitstheorie und damit gegen den Kerngedanken von RO oder RB (Gr\u00fcne-Yanoff et al. 2014).<br \/>\nHeuristiken wird eine Art \u201e\u00f6kologischer\u201c Rationalit\u00e4t unterstellt, die angeblich auf einer \u00dcbereinstimmung zwischen Kognition und Umwelt basiert und dadurch sichert, dass das angestrebte Ziel auch in der Situation erreicht wird (Mousavi, Gigerenzer 2014, S. 1671). Ob die Anwendung einer bestimmten Heuristik aber rational ist oder nicht, h\u00e4ngt von der Situation ab, in der die Heuristik angewendet wird (Hands 2014, S. 398), denn es gibt keine Heuristik f\u00fcr alle Situationen. Personen verf\u00fcgen nicht nur \u00fcber eine einzige Heuristik, sondern ihr Verstand kann auf einen umfangreichen \u201eheuristischen adaptiven Werkzeugkasten\u201c zur\u00fcckgreifen, der ihnen hilft, fast alle anstehenden Probleme erfolgreich zu l\u00f6sen (Hafenbr\u00e4dl et al. 2016).<br \/>\nDie heuristische Rationalit\u00e4t (RH) gibt die SEU-Theorie auf und m\u00fcsste demnach nur noch die vier folgenden Anforderungen gen\u00fcgen:<br \/>\n1. Der Akteur muss geeignete und verf\u00fcgbare Handlungsalternativen einschlie\u00dflich der Einschr\u00e4nkungen und verf\u00fcgbaren Ressourcen kennen.<br \/>\n2. Der Akteur richtet sich aufgrund wechselnder Situationen nicht nach geordnete Pr\u00e4ferenzen, sondern nur danach, f\u00fcr ein Problem eine geeignete bzw. befriedigende L\u00f6sung zu finden<br \/>\n3. Der Akteur ist eingeschr\u00e4nkt informiert.<br \/>\n4. Es wird diejenige Alternative gew\u00e4hlt, die sein Problem zufriedenstellend l\u00f6st.<\/p>\n<h4>2.4.4 Rationalit\u00e4tsprinzip<\/h4>\n<p>Das Rationalit\u00e4tsprinzip (RP) ist die unverzichtbare Basis jeder rationalen Handlung (s. Kap. 2.1.). Eine Handlung darf nur dann als rational bezeichnet werden, wenn sie mindestens die folgenden vier Anforderungen erf\u00fcllt:<br \/>\n1. Der Akteur muss verf\u00fcgbare Handlungsalternativen einschlie\u00dflich der Einschr\u00e4nkungen und verf\u00fcgbaren Ressourcen kennen.<br \/>\n2. Der Akteur richtet sich nach seinen Interessen.<br \/>\n3. Der Akteur ist hinreichend informiert.<br \/>\n4. Es wird diejenige Alternative gew\u00e4hlt, die seinen Interessen am besten entspricht.<br \/>\nRationales Handeln gem\u00e4\u00df RP hie\u00dfe dann nur noch, nach einer akzeptierten Entscheidungsregel zu handeln, die zum besseren Resultat f\u00fchrt (Diekmann 1996, S. 92). Welche Entscheidungsregel eine Person konkret w\u00e4hlt, h\u00e4ngt von der Situation und dem Handlungsziel ab. RP ist somit eine Abschw\u00e4chung von RH, weil die konkrete Heuristik nicht spezifiziert werden muss. Es reicht, wenn der Akteur zwischen Alternativen gezielt etwas Besseres w\u00e4hlt.<\/p>\n<\/div><\/div><\/section>\n<section class='av_tab_section av_tab_section av-av_tab-ac8b330b1eb090690fa5001200920758'  itemscope=\"itemscope\" itemtype=\"https:\/\/schema.org\/BlogPosting\" itemprop=\"blogPost\" ><div id='tab-id-3-tab' class='tab' role='tab' aria-selected=\"false\" tabindex=\"0\" data-fake-id='#tab-id-3' aria-controls='tab-id-3-content'  itemprop=\"headline\" >MMMM<\/div><div id='tab-id-3-content' class='tab_content' role='tabpanel' aria-labelledby='tab-id-3-tab' aria-hidden=\"true\"><div class='tab_inner_content invers-color'  itemprop=\"text\" ><h2>3. Das Makro-Mikro-Makro-Modell<\/h2>\n<p>Unter dem Postulat des methodologischen Individualismus hat sich das Makro-Mikro-Makro-Modell als Erkl\u00e4rungsmodell bew\u00e4hrt (Esser 2001a, S. 15 f.), das aus drei Schritten besteht. Im ersten Schritt wird durch Kontexthypothesen beschrieben, wie soziale Tatbest\u00e4nde situationsbedingt auf den Akteur gem\u00e4\u00df der Logik der Situation wirken. Der Akteur wiederum w\u00e4hlt gem\u00e4\u00df der Logik der Selektion eine der verf\u00fcgbaren Handlungsalternativen auf der Mikroebene aus. Alle Handlungen der Akteure werden dann aggregiert und gem\u00e4\u00df der Logik der Transformation zu einem neuen sozialen Tatbestand auf der Makroebene konstituiert.<\/p>\n<h3>\n3.1 Logik der Situation<\/h3>\n<p>Der erste Schritt im Makro-Mikro-Makro-Modell beschreibt den \u00dcbergang von der Makroebene auf die Mikroebene und wird als \u201eLogik der Situation\u201c bezeichnet. In diesem Schritt wird typisiert, in welcher sozialen Situation sich der Akteur befindet und wie er durch diese Situation beeinflusst wird. Dabei werden sowohl die \u00e4u\u00dferen Bedingungen der Situation als auch die \u201einnere Verfasstheit\u201c des Akteurs, seine Identit\u00e4t, seine Einstellungen, Motive und Pr\u00e4ferenzen ber\u00fccksichtigt.<br \/>\nDie \u00e4u\u00dferen Bedingungen einer Situation k\u00f6nnen analytisch in drei Elemente unterschieden werden: den materiellen Opportunit\u00e4ten, den institutionellen Regeln sowie den signifikanten Symbolen innerhalb eines kulturellen Bezugsrahmens. Sie sind f\u00fcr andere Akteure \u00e4u\u00dferlich objektiv erkennbar. Mit den materiellen Opportunit\u00e4ten wird ein m\u00f6glicher Handlungsspielraum festgelegt, indem sich der Akteur aufgrund vorhandener und kontrollierter Ressourcen bewegen kann. Unter Ressourcen sind hier alle Arten des Kapitals zu verstehen. Dazu geh\u00f6ren neben dem \u00f6konomischen Kapital und der Bildung auch das kulturelle, institutionelle, politische und soziale Kapital (Esser 2001b, S. 209 ff.).6 Sie leiten den Akteur als \u201eSpielregel\u201c bei der Wahl seiner Handlung. Denn nur bei einer sinnvollen und regelkonformen Wahl wird der Akteur in der Situation richtig verstanden, w\u00e4hlt er die geeigneten und sozial gerechtfertigten Mittel und kann seine Entscheidung erfolgreich umsetzen. Besonders wichtig ist die F\u00e4higkeit des Akteurs, signifikante Symbole seiner Umgebung korrekt zu deuten, denn erst durch die richtige Interpretation erkennt der Akteur den \u201erichtigen\u201c Bezugsrahmen, so dass er auch wissen kann, welche Regeln gelten und welche Opportunit\u00e4ten er einsetzen darf. Die \u00e4u\u00dferen Bedingungen sind zwar objektiv gegeben, aber sie entfalten ihre Wirkung erst durch subjektive Deutungen und Interpretationen.<br \/>\nF\u00fcr die \u201eDefinition der Situation\u201c sind alle genannten Faktoren in unterschiedlichem Ausma\u00df bedeutend. Obgleich die \u00e4u\u00dferliche Situation f\u00fcr viele Akteure gleichartig erscheinen mag, denn die objektiven Bedingungen einschlie\u00dflich der verbindlichen Regeln sind auch den anderen Akteuren bekannt, wird die Situation aufgrund der subjektiven Einstellungen und Bewertungen von jedem Akteur anders gedeutet. Entscheidend ist am Ende nicht die \u201eobjektive\u201c Situation, sondern die subjektive Deutung der Situation, weil sich der Akteur durch die Deutung psychologisch bindet. Er richtet sich jetzt nach f\u00fcr ihn sinnvollen Orientierungspunkten und grenzt somit seine Handlungsm\u00f6glichkeiten auf f\u00fcr ihn vertr\u00e4gliche, sinnhafte und geeignete Alternativen ein. F\u00fcr andere Akteure k\u00f6nnten die gew\u00e4hlten Einschr\u00e4nkungen dagegen inakzeptabel sein, weil sie die Situation anders interpretieren.<br \/>\nDie Beziehung zwischen Situation und Akteur konstituiert sich nach Esser in drei konsekutiven Schritten (Esser 2001a, S. 161ff.). Zun\u00e4chst wird die Entstehung sozialer Strukturen und die Entwicklung der individuellen Identit\u00e4t (Biographie, Internalisierung) betrachtet und damit deren Einfluss auf die konkrete objektive Situation. Dann werden das Erleben der aktuellen Situation sowie der Prozess der inneren Konstruktion als Kognition des Akteurs ber\u00fccksichtigt. Daraufhin setzt eine \u201egedankliche und emotionale Aktivit\u00e4t\u201c (Esser 2001a, S. 164) ein, die Symbole entziffert und die gesamten Umst\u00e4nde derartig deutet, dass beim Akteur ein ausgew\u00e4hltes und verf\u00fcgbares mentales Modell aktiviert wird. \u201eSie vollzieht sich als eine, nicht bewu\u00dfte oder irgendwie \u201eabw\u00e4gende\u201c, innere \u201eEntscheidung\u201c, bei der wiederum Erwartungen und Bewertungen eine Rolle spielen.\u201c (Esser 2001a, S. 164f.). Das ausgew\u00e4hlte Modell vermittelt dem Akteur dann die erforderliche Orientierung und gilt f\u00fcr ihn ab sofort als geeigneter Bezugsrahmen zur Wahl weiterer Handlungen (\u201eFraming\u201c).7<\/p>\n<h3>3.2 Logik der Selektion<\/h3>\n<p>Der zweite Schritt im Makro-Mikro-Makro-Modell enth\u00e4lt eine Handlungstheorie, die als \u201eLogik der Selektion\u201c bezeichnet wird und beschreibt, welche Handlung aus welchem Grund gew\u00e4hlt wird. Handeln wird von Esser als ein mit Intentionen und Pl\u00e4nen versehenes Verhalten definiert, das auf Reflexion und Antizipation zuk\u00fcnftiger Situationen beruht (Esser 2001a, S. 181) und der Regel folgt, dass die zu erwarteten Ertr\u00e4ge zu maximieren sind (Esser 2001a, S. 182), wobei Esser auf die SEU-Theorie zur\u00fcckgreift (Esser 2001a, S. 340).<br \/>\n\u201eVon einer rationalen Logik der Selektion sei immer dann die Rede, wenn der Akteur bei seinen Selektionen f\u00fcr die Gewichtung der m\u00f6glichen Alternativen nach seinen Zielen und Erwartungen eine bestimmte Regel anwendet: die Maximierung der Nutzenerwartung.\u201c (Esser 2001a, S. 216) Esser weist allerdings selber daraufhin, dass auch andere Handlungstheorien als die SEU-Theorie verwendet werden k\u00f6nnten. Allerdings sind die Definition der Situation und die aus ihr aufgestellten Br\u00fcckenhypothesen so eng mit der SEU-Theorie verkn\u00fcpft, dass eine andere Handlungstheorie auch andere Situationsbeschreibungen erforderlich machen w\u00fcrde (Esser 2001a, S. 404).<\/p>\n<h3>\n3.3 Logik der Aggregation<\/h3>\n<p>Der dritte Schritt im Makro-Mikro-Makro-Modell erfasst die sogenannte \u201eLogik der Aggregation\u201c, die beschreibt, wie die Folgen der Handlungen zu sozialen Zusammenh\u00e4ngen transformiert werden. Dabei legen definierte Transformationsregeln fest, wie die einzelnen Effekte einen kollektiven Zusammenhang bedingen k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3>\n3.4 Hempel-Oppenheim-Schema<\/h3>\n<p>Esser erhebt die Forderung, dass soziologische Erkl\u00e4rungen dem Hempel-Oppenheim-Schema gen\u00fcgen sollten und konzipiert sein Grundmodell der Handlungslogik nach diesem Schema (Esser 2001a, S. 204f.). In diesem Schema wird eine Erkl\u00e4rung in zwei Teile eingeteilt (Hempel, Oppenheim 1948, S. 136 ff.). Das Explanandum ist ein Satz, in dem das Ph\u00e4nomen beschrieben wird, das erkl\u00e4rt werden soll. Das Explanans besteht dagegen aus einer Menge von S\u00e4tzen, die angef\u00fchrt werden, um das Explanandum zu erkl\u00e4ren. Das Explanans besteht aus zwei Untermengen: der Menge der S\u00e4tze \u00fcber Antezedensbedingungen {A1, \u2026, An} und der Menge der S\u00e4tze \u00fcber Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten {G1, \u2026, Gn}. Wenn das Explanandum aus dem Explanans logisch folgt (deduktiv), dann wird es durch das Explanans erkl\u00e4rt.<br \/>\nHempel und Oppenheim formulierten auch logische und empirische Bedingungen, die erf\u00fcllt sein m\u00fcssen, damit von einer ad\u00e4quaten Erkl\u00e4rung gesprochen werden kann: die logische Folgerung muss gelten, Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten m\u00fcssen vorliegen, das Explanans muss einen empirischen Gehalt aufweisen und die S\u00e4tze des Explanans m\u00fcssen wahr sein (Hempel, Oppenheim 1948, S. 137). Die verwendeten Gesetzeshypothesen m\u00fcssen deterministische (nomologische) Gesetze sein, damit die logische Folgerung gilt. Probabilistische Gesetzesannahmen, wie sie heute \u00fcblich sind, w\u00e4ren daf\u00fcr nicht ausreichend (Stegm\u00fcller 1969, S. 83).<br \/>\nTrotz der vordergr\u00fcndigen Plausibilit\u00e4t des Schemas wurden in der Folge so viele Probleme des Schemas erkennbar (Kim 1999), dass es aus wissenschaftstheoretischer Sicht als eher ungeeignet f\u00fcr kausale Erkl\u00e4rungen angesehen wird. Selbst wenn deutlich h\u00f6here Anforderungen an das Schema akzeptiert werden w\u00fcrden, wie es von K\u00fcttner vorgeschlagen wurde (K\u00fcttner 1976), bliebe das Problem, dass es bis heute nicht gelungen ist, ein Kriterium f\u00fcr die Gesetzesartigkeit von S\u00e4tzen zu finden, so dass damit eine der Grundannahmen f\u00fcr eine korrekte Erkl\u00e4rung nicht erf\u00fcllt ist (Stegm\u00fcller 1969, S. 87).<br \/>\nDamit sich das Makro-Mikro-Makro-Modell tats\u00e4chlich zur Erkl\u00e4rung von kollektiven Zusammenh\u00e4ngen eignet, m\u00fcsste die verwendete Handlungstheorie einen nomologischen Gehalt, ein Gesetz beinhalten (Kroneberg 2011, S. 24). Wenn die Handlungstheorie kein kausales Gesetz mit allgemeiner Geltung enthielte (Esser 2010b, S. 317), dann w\u00e4ren Erkl\u00e4rungen gem\u00e4\u00df dem Hempel-Oppenheim-Schema nicht m\u00f6glich, weil kein logischer Zusammenhang (Deduktion) bestehen w\u00fcrde (Esser 2001a, S. 16).<br \/>\nEsser w\u00e4hlt eine Darstellung des Schemas, die sehr ungew\u00f6hnlich ist (Esser 2001a, S. 204f.). Er versucht einen Satz \u00fcber eine Handlung H1 als Explanandum zu erkl\u00e4ren und w\u00e4hlt als Antecedensbedingungen (Rahmenbedingungen) die S\u00e4tze \u201eZi\u201c und \u201e(Z? H)i\u201c und als gesetzesartige Aussage \u201e(Z ? (Z ? H)) ? H\u201c.<br \/>\nZi ist ein vom Akteur angestrebtes Ziel und (Z ? H)i ist eine vom Akteur vermutete Arbeitshypothese \u00fcber den konkreten Zusammenhang zwischen Ziel Z und Handlung H. Wenn Esser Zi als Randbedingung und (Z ? H) als g\u00fcltiges Gesetz formuliert h\u00e4tte, dann w\u00e4re dadurch Hi gem\u00e4\u00df dem Schema erkl\u00e4rt. Esser bevorzugt aber eine andere Vorgehensweise, denn (Z ? H)i ist bei ihm lediglich als subjektive Annahme konzipiert und nicht als Gesetz. Esser f\u00fchrt eine besondere gesetzesartige Aussage ein, von der er sich eine Art Verbindung als Kern jedes Gesetzes und jeder Erkl\u00e4rung verspricht und er versucht sp\u00e4ter die SEU-Theorie als diesen nomologischen Kern seines Modells der Frame-Selektion zu konstituieren (Esser 2001a, S. 403).<br \/>\nEsser glaubt, ein allgemeines Gesetz gefunden zu haben, dass \u201edie psychische Verursachung des Handelns\u201c formuliert (Esser 2001a, S. 205).<br \/>\nDas Prinzip der Handlungswahl nach den Regeln der Zweckrationalit\u00e4t ist das allgemeine Gesetz, das, zusammen mit den subjektiven Erwartungen und Bewertungen \u00fcber Ziele und Mittel, das Handeln erkl\u00e4rt \u2013 und es dadurch gleichzeitig mit einer hohen \u201eEvidenz\u201c verst\u00e4ndlich macht.\u201c (Esser 2001a, S. 199) \u201eFormal lautet das Gesetz in der Sprache der Logik dann so: (Z ? (Z ? H)) ? H.\u201c (Esser 2001a, S. 205)<br \/>\nIndem die SEU-Theorie zum nomologischen Kern erhoben wird, die als conditio sine qua non jeder Erkl\u00e4rung zu gelten hat, erkl\u00e4rt den intellektuellen Widerstand, die SEU-Theorie als Grundelement der Handlungstheorie preiszugeben. F\u00fcr Esser scheint es evident und Ausdruck eines \u201e\u00fcbergeordneten Gesetzes\u201c zu sein, dass ein Akteur mit dem Ziel Z und dem Wissen \u00fcber den Zusammenhang zwischen dem Ziel Z und der Handlung H (Z ? H) zwangsl\u00e4ufig zur Handlung H \u00fcberzugehen hat. Es w\u00e4re irrational, wenn der Akteur nicht diese praktische Konsequenz ziehen w\u00fcrde.<br \/>\nSelbst wenn das Gesetz tats\u00e4chlich allgemeing\u00fcltig w\u00e4re, dann w\u00fcrde es nicht bedeuten, dass damit auch die SEU-Theorie gilt. Es w\u00e4re lediglich ein konsistentes Handeln nach einer Selektionsregel gem\u00e4\u00df des Rationalit\u00e4tsprinzips RP gefordert. Aus dem angef\u00fchrten Gesetz lassen sich nicht die zus\u00e4tzlichen und erforderlichen Annahmen an eine geordnete Pr\u00e4ferenzordnung ableiten, die f\u00fcr die SEU-Theorie in RO und RB erforderlich w\u00e4ren. Es bestehen deshalb keine Bedenken, auf die SEU-Theorie im Modell der Frame-Selektion zu verzichten, solange RH oder RP gelten.<\/p>\n<\/div><\/div><\/section>\n<section class='av_tab_section av_tab_section av-av_tab-83c87930cd229e04bab0ae33688ce658'  itemscope=\"itemscope\" itemtype=\"https:\/\/schema.org\/BlogPosting\" itemprop=\"blogPost\" ><div id='tab-id-4-tab' class='tab' role='tab' aria-selected=\"false\" tabindex=\"0\" data-fake-id='#tab-id-4' aria-controls='tab-id-4-content'  itemprop=\"headline\" >Frame Selektion<\/div><div id='tab-id-4-content' class='tab_content' role='tabpanel' aria-labelledby='tab-id-4-tab' aria-hidden=\"true\"><div class='tab_inner_content invers-color'  itemprop=\"text\" ><h2>4. Modell der Frame-Selektion<\/h2>\n<p>Der Ausgangspunkt des Modells der Frame-Selektion ist ebenfalls das Menschenbild des RREEMM. Nach Esser besteht der Grund zu Handeln darin, ein Problem l\u00f6sen zu m\u00fcssen (Esser 2001a, S. 37) bzw. einen Nutzen zu produzieren, wobei Esser unter Nutzen jede \u201eZutr\u00e4glichkeit der Reproduktion des Organismus\u201c versteht (Esser 2001a, S. 86). Esser \u00fcbernimmt von Lindenberg (Lindenberg 1989, S. 53) das Konzept der sozialen Produktionsfunktion, die aus einer Kette von drei Produktionsfunktionen (f, g, h) besteht.8 Mit der ersten Produktionsfunktion f wird als conditio humana unterstellt, dass alle Akteure ununterbrochen und fortw\u00e4hrend danach streben, soziale Wertsch\u00e4tzung (SW) zu gewinnen und ihr physisches Wohlergehen (PW) zu sichern. Der substantiell definierte Nutzen U wird als Funktion f der Befriedigung beider Bed\u00fcrfnisse modelliert werden: U = f(SW, PW).<br \/>\nEin \u00e4hnliches Konzept findet sich bereits bei Becker, bei dem sich Personen auf \u201eLetzt-G\u00fcter\u201c ausrichten, \u201esuch as health, social standing and reputation, and pleasures of the senses\u201c (Becker, 1996, S. 5). Dieses Menschenbild, in dem nicht zwischen einer instrumentellen Orientierung an Grundbed\u00fcrfnissen und einer intrinsischen Motivation durch Normen und Werte unterschieden werden kann, wird von R\u00f6ssel zu Recht kritisiert (R\u00f6ssel 2008, S. 164f.).<br \/>\nBei der zweiten Produktionsfunktion g werden Zwischeng\u00fcter betrachtet, die zwischen den Bedingungen der Situation und dem Nutzen vermitteln. Esser unterstellt, dass eine Person \u00fcber sehr viele mentale Modelle bzw. gedankliche \u201ePrototypen\u201c verf\u00fcgt, die mit anderen Personen geteilt werden, die kollektiv als verbindlich akzeptiert werden, die einen institutionellen und kulturellen Rahmen beinhalten und die festlegen, wie Zwischeng\u00fcter einzusetzen sind oder wann welche Handlung in einer Situation richtig ist. Diese mentalen Modelle fungieren quasi als erworbene \u201esoziale Drehb\u00fccher\u201c, die einerseits den Bezugsrahmen festlegen, in dem sich der Akteur befindet, und anderseits das Handeln durch Programme determinieren (Esser 2001a, S. 103).<br \/>\nMit der dritten Produktionsfunktion h wird festgelegt, wie prim\u00e4re Zwischeng\u00fcter Z erzeugt werden. Als Mittel zur Erzeugung von Z werden die erforderlichen Vorprodukte X (Ressourcen und Leistungen als indirekte Zwischeng\u00fcter) und die besonders knappe Zeit erfasst. Die Produktionsfunktion lautet: Z = h(X, t). Besonders die dritte Produktionsfunktion weist auf die \u00e4u\u00dferlichen Restriktionen hin, die vom Akteur meistens nicht ver\u00e4nderbar sind. Sie beschr\u00e4nken somit objektiv seine Handlungsm\u00f6glichkeiten und beeinflussen damit indirekt die Interessen und Pr\u00e4ferenzen des Akteurs.<\/p>\n<h3>\n4.1 Allgemeine Handlungstheorie<\/h3>\n<p>Das gegenw\u00e4rtig vorliegende Modell der Frame-Selektion ist eine komplexe integrative und erkl\u00e4rende Handlungstheorie, die f\u00fcr sich beansprucht, f\u00fcr alles Handeln soziologisch anschlussf\u00e4hig zu sein. Von Esser konzipiert, wurde sie von Kroneberg 2005 verbessert (Kroneberg 2005), 2007 modifiziert (Kroneberg 2007) und 2011 finalisiert (Kroneberg 2011).9<br \/>\nIm Modell der Frame-Selektion wurde die Logik der Situation in den Vordergrund der Handlungstheorie ger\u00fcckt. Es ist jetzt bedeutsam, dass sich Akteure in den fl\u00fcchtigen, wechselnden Situationen des Alltags einen verl\u00e4sslichen Bezugsrahmen (framing) setzen, indem Akteure die Situation deuten und definieren. Au\u00dferdem wurde im Vergleich zur SEU-Theorie ber\u00fccksichtigt, dass sich Akteure unterschiedlich fokussiert und reflektiert verhalten, denn in Routinesituationen wird das Handeln meistens automatisch abgerufen und nur in wenigen F\u00e4llen \u00fcberlegt der Akteur sehr intensiv nach, bevor er handelt. Kroneberg spricht hier von einer \u201evariablen Rationalit\u00e4t\u201c der Akteure (Kroneberg 2011, S. 57f.), denn Personen scheinen nur dann \u00fcber die L\u00f6sung von Problemen nachzudenken, wenn sie dazu motiviert sind und ausreichende Gelegenheiten haben.<br \/>\nDie Definition der Situation10 ist ein komplexer Prozess auf der individuellen und sozialen Ebene. Die Wahl oder Selektion eines geeigneten Bezugsrahmens wird einerseits durch die Deutung und Interpretation des Akteurs geleistet und damit von seiner Identit\u00e4t und seinem Hintergrundwissen beeinflusst und andererseits durch sozial geteilte signifikante Symbole und Normen gepr\u00e4gt (Kroneberg 2011, S. 66ff.).<br \/>\nIm Modell der Frame-Selektion wird unterschieden, welches Modell (Frame, Skript oder Handlung) gew\u00e4hlt wird und in welchem Modus (automatisch-spontan oder reflexiv-kalkulierend) es gew\u00e4hlt wird.<\/p>\n<h3>\n4.2. Selektion des Modells<\/h3>\n<p>Die Wahl eines Bezugsrahmens (Frame) stiftet in einer Situation den Sinn f\u00fcr das Handeln, weil es den Akteur in seinem Denken und F\u00fchlen orientiert und damit die erforderliche, unbedingte und vertraute Plausibilit\u00e4t verleiht. Der Rahmen ist das Produkt der individuellen Einstellungen zur Situation, wobei die Einstellung als innere Disposition zwischen der objektiven Situation und dem Verhalten vermittelt.<br \/>\nDas Modell der Frame-Selektion betrachtet Frames und Skripte nicht als ontologisch unterschiedliche Entit\u00e4ten, sondern sie werden als real ununterscheidbar, aber analytisch differenziert angesehen (Kroneberg 2011, S. 129). Insgesamt werden drei Selektionen unterschieden: die des Frames, des Skriptes und der Handlung.<br \/>\nDa jede Interpretation einer Situation zun\u00e4chst einen grunds\u00e4tzlichen Bezugsrahmen ben\u00f6tigt, der der allgemeinen Orientierung dient, wird mit der ersten Selektion ein Frame aus einer potentiellen Menge von Frames gew\u00e4hlt. Frames sind mentale Modelle, von denen diejenige ausgew\u00e4hlt wird, die in der Situation mental am st\u00e4rksten aktiviert wird, weil sie zur Situation am besten passt.<br \/>\nInnerhalb eines Frames w\u00e4hlt der Akteur ein Skript, das Handlungsdispositionen und \u2013programme umfasst. Dieses mentale Modell legt dem Akteur nahe, in Abh\u00e4ngigkeit von Normen, kulturellen Werten und Emotionen zu handeln. Skriptgem\u00e4\u00dfes Handeln ist h\u00e4ufig auf Ziele bezogen und nicht selten mit einer inneren Verpflichtung verbunden. Zusammen mit den Frames bilden Skripte den \u201elebensweltlichen Wissensvorrat\u201c (Kroneberg 2011, S. 122).<br \/>\nDa ein Skript die Handlung nicht immer im Detail festlegt, k\u00f6nnen Skripte Leerstellen enthalten, die der Akteur durch eine weitere Selektion ausf\u00fcllen muss. Nur in diesen Situationen wird gesondert eine Handlung gew\u00e4hlt.<\/p>\n<h3>\n4.3. Selektion des Modus<\/h3>\n<p>Wie ein Akteur zu einer konkreten Situation eingestellt sein kann bzw. wie er die verf\u00fcgbaren Informationen verarbeitet, wird unter anderem im Konsistenzmodell, in der Theorie des \u00fcberlegten Handelns und des MODE-Modells von Fazio analysiert (Esser 2001c, S. 239ff.). Aus den \u201edual-process\u201c Modellen der Einstellung sch\u00e4lte sich heraus, dass es zwei grunds\u00e4tzliche Arten zu geben scheint, wie die individuelle Einstellung ein bestimmtes Handeln ausl\u00f6st: in einem automatisch-spontanen (as) Modus oder in einem reflexiv-kalkulierenden (rc) Modus. Im rc-Modus denkt der Akteur gezielt nach und w\u00e4gte alle Vor- und Nachteile bewusst ab, w\u00e4hrend er sein Verhalten im as-Modus nicht hinterfragt.11<br \/>\nDer kognitive Prozess beginnt in der konkreten Situation mit der Beobachtung von Objekten, die aufgrund einer besonderen individuellen Zug\u00e4nglichkeit eine bestimmte Bedeutung f\u00fcr den Akteur haben und als besondere Hinweise gelten. Liegen diese Hinweise eindeutig vor und erkennt das kognitive System des Akteurs eine tadellose \u00dcbereinstimmung bzw. Match, dann wird unmittelbar dasjenige Verhalten (Handeln) ausgel\u00f6st, das als mentales Modell abgespeichert wurde. Der Match l\u00f6st somit ohne weiteres Nachdenken, ohne Bewusstsein, ohne Aufmerksamkeit das Verhalten als automatisch-spontane kognitive, affektive und konative Reaktion aus (Esser 2001c, S. 252f.).<br \/>\nIst der Match dagegen nicht tadellos oder nicht perfekt, dann wird die Situation gedeutet. Manchmal reicht schon eine kurze \u201eoberfl\u00e4chliche\u201c Deutung, die zu einer raschen Interpretation f\u00fchrt, und manchmal muss ein Akteur intensiv \u00fcber die Situation nachdenken. In dieser Phase ist die Informationsverarbeitung entscheidend. Reichen die verf\u00fcgbaren Informationen oder m\u00fcssen weitere beschafft werden, was Zeit und Kosten (Aufwand) verursachen w\u00fcrde? H\u00e4ufig greift das Individuum in diesen Situationen auf fr\u00fchere Erfahrungen oder die verf\u00fcgbaren Informationen zur\u00fcck, um eine effiziente Entscheidung treffen zu k\u00f6nnen.<br \/>\nFraglich ist, von welchen Faktoren es abh\u00e4ngt, ob der bewusste Modus gew\u00e4hlt wird oder der reflexive? Nach dem MODE-Modell sind die Motivation, der Aufwand und die Opportunit\u00e4ten entscheidend. Die Motivation entspricht der Furcht, eine Fehlentscheidung zu treffen, die dann im Nachhinein zu deutlich mehr Kosten f\u00fchren w\u00fcrde als eine korrekte Entscheidung.12 Unter Aufwand werden alle Kosten verstanden und unter Opportunit\u00e4ten die M\u00f6glichkeit zum reflexiven Nachdenken. Nach dem \u201edual-process\u201c Modell wird nur dann \u00fcber die Situation bewusst nachgedacht, wenn alle drei Bedingungen erf\u00fcllt sind. Der Akteur m\u00fcsste demnach motiviert sein, Fehlentscheidungen zu vermeiden, er m\u00fcsste die M\u00f6glichkeit zum Nachdenken haben und der Aufwand m\u00fcsste gering sein (Esser 2001c, S. 256; Kroneberg 2011, S. 127).<br \/>\nDa die Selektion des Modus ein vorbewusster Vorgang ist, k\u00f6nnen f\u00fcr diesen Vorgang nicht dieselben Regeln gelten wie f\u00fcr einen bewussten Vorgang. Die Zuweisung von Aufmerksamkeit wird demnach nur analog einer bewussten Entscheidung thematisiert (Kroneberg 2005, S. 347). Esser unterstellt dagegen: \u201eEs gibt die Bewertungen der Alternativen latent \u201eimmer schon\u201c, und seien das noch so grobe Assoziationen, aber sie sind nicht immer aktiviert.\u201c (Esser 2003, S. 363). Wie aus dieser nicht weiter begr\u00fcndeten Feststellung die berechtigte Verwendung der SEU-Theorie hergeleitet werden kann, ist unklar.<br \/>\nNach Mayerl ergibt sich der Modus, wenn die beiden Faktoren Motivation und M\u00f6glichkeit ber\u00fccksichtigt werden und er w\u00e4hlt eine einfache Transformation, um dabei die SEU-Sprache verwenden zu k\u00f6nnen: \u201edie Motivation wird als Nutzen (bzw. Bewertung) und die M\u00f6glichkeit als Wahrscheinlichkeit\u201c modelliert (Mayerl 2009, S. 232). Eine Begr\u00fcndung f\u00fcr die Transformation fehlt allerdings.13<\/p>\n<\/div><\/div><\/section>\n<section class='av_tab_section av_tab_section av-av_tab-495618a3cc1c3bd3c1684a1e2841820e'  itemscope=\"itemscope\" itemtype=\"https:\/\/schema.org\/BlogPosting\" itemprop=\"blogPost\" ><div id='tab-id-5-tab' class='tab' role='tab' aria-selected=\"false\" tabindex=\"0\" data-fake-id='#tab-id-5' aria-controls='tab-id-5-content'  itemprop=\"headline\" >Selektionen<\/div><div id='tab-id-5-content' class='tab_content' role='tabpanel' aria-labelledby='tab-id-5-tab' aria-hidden=\"true\"><div class='tab_inner_content invers-color'  itemprop=\"text\" ><h2>5. Selektionen und Ans\u00e4tze instrumenteller Rationalit\u00e4t<\/h2>\n<h3>\n5.1. Selektion im as-Modus<\/h3>\n<h4>\n5.1.1. Selektion des Frames<\/h4>\n<p>Der Aktivierungsgrad oder das Aktivierungsgewicht des Frames (AW(Fi)) oder sein Match (mi) richtet sich nach drei Faktoren im as-Modus: nach dem Grad der Verf\u00fcgbarkeit des Frames ai, dem Grad des Vorliegens signifikanter Objekte oi und der St\u00e4rke der mentalen Verkn\u00fcpfung zwischen dem Frame und den Objekten li, die multiplikativ verkn\u00fcpft sind gem\u00e4\u00df: AW(Fi)=mi=ai*oi*li f\u00fcr das Frame Fi.<br \/>\nEs wird demnach in einer Situation derjenige Frame ausgew\u00e4hlt, der einen maximalen Match mi aufweist (Kroneberg 2011, S. 130f.), so dass die Selektion des Frames ausschlie\u00dflich ein Assoziationsproblem ist, nicht mehr vom Nutzen abh\u00e4ngt (Etzrodt 2007, S. 374) und deshalb auch nicht in SEU-Werten, sondern in Aktivierungsgewichten gemessen wird (Rademacher 2013, S. 131 Fn. 84).<br \/>\nDie finalisierte Fassung unterscheidet sich von einer fr\u00fcheren Auffassung von Esser, der das EU-Gewicht des Frames noch mit \u201eEU(i)=mi*Ui\u201c darstellte (Esser 2001c, S. 271). Zu den Bewertungen (Ui) der Konsequenzen \u201egeh\u00f6ren alle Aspekte an \u201eNutzen\u201c und \u201eKosten\u201c, die der Akteur mit der Aktivierung eines gedanklichen Modells assoziativ erlebt, \u2026\u201c (Esser 2001c, S. 270f.). Dieser Nutzenterm Ui wurde sp\u00e4ter von Kroneberg aufgegeben, weil er zu inakzeptablen Ergebnissen f\u00fchrt. Wenn zum Beispiel ein Akteur aufgrund von Wunschdenken einem Frame k einen sehr hohen Nutzen Uk zuspricht, obgleich er nur wenig passt (pk), dann k\u00f6nnte der Gesamtnutzen pk*Uk dennoch h\u00f6her sein als ein besser passender pl mit geringerem Nutzen Ul \u2013 vorausgesetzt pl*Ul < pk*Uk.14\nDa im as-Modus der Bezugsrahmen mit dem h\u00f6chsten Match mi automatisch gew\u00e4hlt wird und die Wahl nicht mehr vom Nutzen abh\u00e4ngt, sind keine Ans\u00e4tze der instrumentellen Rationalit\u00e4t anwendbar.\n\n\n\n\n<h4>\n5.1.2. Selektion des Skriptes<\/h4>\n<p>Da jedes Skript nur innerhalb eines Frames aktiviert werden kann, ist immer die Bedingung des Frames hinzuzuf\u00fcgen. Das Aktivierungsgewicht eines Skriptes (AW(Sj|Fi)) besteht aus drei Faktoren: der Verf\u00fcgbarkeit aj, die vom Grad der Internalisierung, Habitualisierung und emotionalen Verankerung abh\u00e4ngt, der Zug\u00e4nglichkeit aj|i, die von seiner Assoziation mit dem Frame und den Situationsobjekten abh\u00e4ngt, und dem Match des aktivierten Frames (mi) als allgemeine Verankerung des Skriptes in der Situation. \u201eEin Skript kann bei konstanter Zug\u00e4nglichkeit unterschiedlich stark aktiviert sein, je nachdem wie stark es verf\u00fcgbar\/verankert ist. Gerade auch wenn Unterschiede zwischen sozialen Milieus, Kulturen etc. betrachtet werden, stellen Verf\u00fcgbarkeit und Zug\u00e4nglichkeit zwei deutlich unterscheidbar Variationsquellen dar (Kroneberg 2011, S. 132 Fn. 59).<br \/>\nDas Selektionsgewicht eines Skriptes Sj im as-Modus betr\u00e4gt demnach: AW(Sj|Fi)=mi*aj*aj|i. Damit zeigt auch die Aktivierung eines Skriptes innerhalb eines Frames keinen Bezug zu Ans\u00e4tzen der instrumentellen Rationalit\u00e4t.<\/p>\n<h4>\n5.1.3 Selektion der Handlung<\/h4>\n<p>Im as-Modus legt das Skript h\u00e4ufig bereits die Handlung fest. Nur wenn das Skript nicht eindeutig genug ist und weitere Wahlm\u00f6glichkeiten bestehen, m\u00fcsste zus\u00e4tzlich eine gesonderte Handlung gew\u00e4hlt werden (Kroneberg 2011, S 133f.). Das Selektionsgewicht einer Handlungsalternativ Hk h\u00e4ngt somit vom Gewicht des Skriptes als auch vom Regelungsgrad einer Handlungswahl (ak|j) ab: AW(Hk|Fi,Sj)= AW(Sj|Fi)* ak|j.<br \/>\nAuch f\u00fcr die Handlungswahl im as-Modus ist ein Ansatz der instrumentellen Rationalit\u00e4t nicht anwendbar, denn der as-Modus ist im Grund nichts anderes als eine unbewusste automatisierte Schemaaktivierung.<br \/>\nZusammenfassen l\u00e4sst sich f\u00fcr den gesamten as-Modus sagen, dass eine rationale Bewertung und Erwartung zuk\u00fcnftiger Folgen nicht kalkuliert wird (Esser 2000, S. 788). Ein bewusstes Nachdenken \u00fcber Restriktionen, Opportunit\u00e4ten und die Maximierung von Nutzen ist nicht vorgesehen, sondern lediglich eine spontane und automatisierte Aktivierung von in der Vergangenheit n\u00fctzlichen Modellen, die beim Individuum stark verankert sind. Die SEU-Theorie ist somit nicht anwendbar.<\/p>\n<h3>\n5.2. Selektion im rc-Modus<\/h3>\n<p>Anders verh\u00e4lt es sich im rc-Modus, denn jetzt ist der Akteur aufgerufen, Alternativen bewusst zu vergleichen und zu bewerten. Die \u00fcberlegte Entscheidung zwischen Alternativen ist schlie\u00dflich der entscheidende Unterschied zum as-Modus (Kroneberg 2011, S. 144).<br \/>\nObwohl sich Kroneberg der Heterogenit\u00e4t der reflexiven Abw\u00e4gungen bewusst ist, die bei den drei rc-Selektionen der Modelle f\u00fcr den Akteur bedeutend sind, glaubt er, sie in der SEU-Sprache interpretieren zu k\u00f6nnen (Kroneberg 2011, S. 135) und stellt folglich immer SEU-Gewichte (?pmUm) auf. Es bleibt aber fraglich, ob es sich dabei inhaltlich um die SEU-Theorie handelt oder nur um eine Verwendung der SEU-Sprache. Rademacher weist zumindest daraufhin, dass das Modell der Frame-Selektion die SEU-Theorie \u201eausschlie\u00dflich zur formalen Modellierung(!)\u201c verwendet (Rademacher 2013, S. 127). Er meidet deshalb explizit den Begriff \u201eEntscheidungsmatrix\u201c und ersetzt ihn durch \u201eAuszahlungsmatrix\u201c, um die Unabh\u00e4ngigkeit der Auszahlung (Nutzen) von der Reflexion zu betonen (Rademacher 2013, S. 127 Fn. 71).<\/p>\n<h4>\n5.2.1. Selektion des Frames<\/h4>\n<p>Bei der Auswahl eines Frames im rc-Modus denkt der Akteur bewusst dar\u00fcber nach, in welcher Situation er sich befindet. Der Akteur versucht, sich \u00fcber die Situation klar zu werden, und er will wissen, welcher Bezugsrahmen passt, damit er angemessen handeln kann. Er kann nicht prim\u00e4r an Nutzen, Restriktionen oder Opportunit\u00e4ten interessiert sein, weil er sich erst noch orientieren und seine Pr\u00e4ferenzen ordnen muss.<br \/>\nDie Passung des Frames wird von Kroneberg als Erwartung (pi) modelliert, die sich aus dem Glauben \u00fcber die Angemessenheit speist, nachdem der Akteur die Situation gedeutet hat. Diese Erwartung basiert auf dem Glauben \u00fcber das Vorliegen der Situationsobjekte (oi), der Signifikanz dieser Objekte (vi) und die Sinnhaftigkeit des Frames (ai), so dass sich der Angemessenheitsglauben pi ergibt gem\u00e4\u00df: pi=oi*vi*ai. Damit w\u00e4re der Angemessenheitsglaube im rc-Modus analog zum Match im as-Modus zu bilden.<br \/>\nEs besteht bei der Wahl des angemessenen Frames aber stets die Gefahr, dass der Akteur wider besserer Intention ein Frame w\u00e4hlt, das eher seinem Wunschdenken oder emotionalem Gef\u00fchl entspricht. Um solche unerw\u00fcnschten Abweichungen auszugleichen, besteht theoretisch die M\u00f6glichkeit zus\u00e4tzliche Nutzen- oder Kostenterme ad hoc zu integrieren.<br \/>\nIn der urspr\u00fcnglichen Konzeption wurde die Wahl des Frames im rc-Modus noch durch die Maximierung des subjektiven Erwartungsnutzen gem\u00e4\u00df SEU(Fi) modelliert (Kroneberg 2005, S. 350). Da das Modell der Frame-Selektion aber f\u00fcr alle Handlungsarten gelten sollte, wurde eine Modifikation notwendig, nachdem Stachura f\u00fcr wertrationale Entscheidungen \u00fcberzeugend nachweisen konnte, dass nicht das Prinzip der Nutzenmaximierung, sondern das Prinzip der Wertbegr\u00fcndung entscheidend ist. \u201eDer rationale Akteur sucht auf der Ebene der Definition nicht nach dem Nutzen, sondern nach dem richtigen Wertma\u00dfstab oder der richtigen Perspektive, aus der die situativen Wertbeziehungen sichtbar werden.\u201c (Stachura 2006, S. 434) Damit wird die Unterscheidung zwischen dem Grad der Geltung und dem der Passung erforderlich. Das Frame passt, wenn es beim Akteur gut verankert ist. Damit ist aber noch nichts \u00fcber die Geltung gesagt, die von akzeptierten relevanten Werte abh\u00e4ngt. Es scheint, als ob in diesen Situationen die Wahl des Frames einen besonderen Akt der Anerkennung enth\u00e4lt, der nicht allein von den Pr\u00e4ferenzen, Zielvorstellungen oder Interessen des Akteurs abh\u00e4ngt (Stachura 2006, S. 447).<br \/>\nKroneberg f\u00fchrte aufgrund der berechtigten Kritik den Begriff \u201eAngemessenheitsglauben\u201c (pi) ein, den er als Erwartung definiert, \u201edie ein Akteur f\u00fcr jeden in Betracht gezogenen Frame bewusst bildet\u201c (Kroneberg 2007, S. 225) und bei der bewusst kein Nutzen und keine Kosten abgewogen werden. Allerdings konnte es Kroneberg nicht dabei bewenden lassen, wenn er weiterhin die Erwartungsnutzentheorie [SEU(Fi)=pi*Ui] verwenden wollte. Er ben\u00f6tigte daf\u00fcr zwingend einen Nutzen Ui. Diesen Nutzen glaubt er darin zu entdecken, dass der Akteur ein generelles Interesse verfolgt, n\u00e4mlich \u201edas generalisierte und gew\u00f6hnlich implizit bleibende Interesse an einer zutreffenden und auch sozial angemessenen Sicht der Situation\u201c (Kroneberg 2011, S. 137). Er formalisiert dieses Konstrukt als einen nicht relevanten konstanten Nutzenterm USinn, so dass formal zwar SEU(Fi)=pi*USinn gilt, aber nur der Angemessenheitsglaube pi relevant ist.<br \/>\nEtzrodt wies folgerichtig daraufhin, dass der Verzicht auf den \u00e4u\u00dferst fragw\u00fcrdigen Nutzenterm USinn dazu f\u00fchrt, dass der as-Modus und rc-Modus f\u00fcr Frames formal identisch sind (Kroneberg 2007, S. 225). \u201eDer inhaltliche Unterschied ist, dass im as-Modus die Selektion des angemessensten Frames unbewusst erfolgt, w\u00e4hrend sich der Akteur im rc-Modus bewusst f\u00fcr den angemessensten Frame entscheidet.\u201c (Etzrodt 2008, S. 273) Das h\u00e4tte wiederum die Konsequenz, dass mi und pi direkt vom Frame i abh\u00e4ngen und somit keine vom Frame unabh\u00e4ngige Eintrittswahrscheinlichkeit sein k\u00f6nnen, so dass dann keine M\u00f6glichkeit mehr besteht, die SEU-Theorie tats\u00e4chlich anzuwenden (Etzrodt 2008, S. 274).<br \/>\nDa bei der Wahl des Frames nur die Angemessenheit pi entscheidend ist, sind die Ans\u00e4tze der instrumentellen Rationalit\u00e4t gem\u00e4\u00df RO, RB und RH nicht begr\u00fcndet anwendbar, denn der (nicht relevante, konstante) Nutzenterm USinn wird letztlich nur eingef\u00fchrt, um zu suggerieren, dass die SEU-Theorie dennoch sinnvoll eingesetzt werden kann. Aber eigentlich spielt der Nutzenterm keine Rolle, denn die \u201eAkteure sind nur damit besch\u00e4ftigt, gute Gr\u00fcnde zu entwickeln, um letztlich den tats\u00e4chlich angemessenen Frame zu erkennen.\u201c (Kroneberg 2011, S. 137).<br \/>\nEs scheint, als ob das Modell der Frame-Selektion tats\u00e4chlich nur RP verlangt, denn selbst Kroneberg weist daraufhin, dass die SEU-Theorie hier nur verwendet wird, um anzuzeigen, dass der Akteur die verf\u00fcgbaren Alternativen systematisch miteinander vergleicht und dann zu einer fundierten Entscheidung gelangt (Kroneberg 2007, S. 225 Fn. 8).<\/p>\n<h4>\n5.2.2. Selektion des Skriptes<\/h4>\n<p>Bei der Wahl des Skriptes ist wiederum die Beschr\u00e4nkung durch den Frame zu ber\u00fccksichtigen. Typischerweise werden im Skript Konflikte mit Normen und Regeln reflektiert, was besonders h\u00e4ufig bei Handeln in Organisationen auftritt. Ansonsten wird das Skript sehr wahrscheinlich direkt in eine Handlungsempfehlung m\u00fcnden. \u201eWenn eine befriedigende Handlungswahl in der Situation m\u00f6glich erscheint, ohne zun\u00e4chst \u00fcber die Geltung verschiedener Skripte zu reflektieren, wird er sich nach erfolgter Situationsdefinition sofort der reflektierten Handlungsselektion widmen.\u201c (Kroneberg 2011, S. 139). Diese Beschreibung ist realistisch, aber kaum mit einem Ansatz der Rational-Choice-Theorie RO oder RB vereinbar, die eine Maximierung des Nutzens anstrebt.<br \/>\nDie Formalisierung des Skriptes (Si) ist analog wie die bei der Selektion des Frames (Kroneberg 2011, S. 140): SEU(Si)=pi*USinn. Damit gilt bez\u00fcglich der Ans\u00e4tze der instrumentellen Rationalit\u00e4t dasselbe wie f\u00fcr die Frames. Sie sind bis auf das Rationalit\u00e4tsprinzip RP nicht sinnvoll anwendbar.<\/p>\n<h4>\n5.2.3 Selektion der Handlung<\/h4>\n<p>Die Selektion einer Handlung im rc-Modus d\u00fcrfte am ehesten einem Ansatz der instrumentellen Rationalit\u00e4t entsprechen, denn jetzt reflektiert der Akteur \u00fcber unterschiedliche Konsequenzen verschiedener Alternativen. Er bewertet die Alternativen und wendet eine Selektionsregel an, indem er sich bewusst f\u00fcr eine der Alternativen entscheidet. Dabei k\u00f6nnte der Akteur die subjektiven Eintrittswahrscheinlichkeiten und den Nutzen der Konsequenzen verwenden und diejenige Alternative w\u00e4hlen, die seinen Nutzen maximiert gem\u00e4\u00df RO oder RB. Aber er k\u00f6nnte auch andere Selektionsregeln w\u00e4hlen, so dass auch RH oder RP zutreffen w\u00fcrden.<br \/>\nKroneberg modelliert den Erwartungsnutzen einer Handlungsalternative Hk als: SEU(Ak|Fi,Si)=?pm(.,Fi,Si)*Um(.,Fi,Si).<br \/>\n\u201eGenerell nimmt das Modell der Frame-Selektion an, dass auch Handlungsselektionen im rc-Modus durch die Definition der Situation vorstrukturiert und beeinflusst werden. Frames und Skripte aktivieren spezifische Wissensbest\u00e4nde, Ziele, Wertorientierungen und Emotionen, die sich sowohl auf die Erwartungen als auch auf die betrachteten Konsequenzen und Bewertungen auswirken k\u00f6nnen.\u201c (Kroneberg 2011, S. 140)<br \/>\nAuch wenn sich die Frames auf die Pr\u00e4ferenzen und Erwartungen auswirken, ist damit nicht gesichert, dass die Handlung gem\u00e4\u00df der SEU-Theorie gew\u00e4hlt werden muss. Ohne erneut darauf einzugehen, dass unklar bleibt, wie der Nutzen aus der Angemessenheit des Frames und des Skriptes zu berechnen w\u00e4re, m\u00fcssten f\u00fcr eine Erkl\u00e4rung gem\u00e4\u00df RO oder RB die entsprechenden Wahrscheinlichkeiten (als subjektive Erwartungen) und der Nutzen einer Handlung explizit angef\u00fchrt werden.<br \/>\nKroneberg ist bei der Erkl\u00e4rung von Handlungsselektionen aber flexibel und auch bereit, diejenige Theorie zu w\u00e4hlen, die am erkl\u00e4rungskr\u00e4ftigsten ist. Zum Beispiel k\u00f6nnte die Prospect Theory von Kahnemann und Tversky (Kahnemann, Tversky 1979) zur Erkl\u00e4rung einer Handlungsselektion verwendet werden, \u201esofern Unterschiede im Handeln erkl\u00e4rt werden sollen, die durch die Selektion eines Gewinn- oder Verlust-Frames zustande kommen\u201c (Kroneberg 2011, S. 141). Letztlich richtet sich die Erkl\u00e4rung der Handlungsselektion nicht unbedingt nach RO oder RB, sondern nach den bestimmten Situationen, so dass RH oder RP m\u00f6glicherweise ausreichend oder sogar besser geeignet w\u00e4ren.<br \/>\nEs ist nicht eindeutig zu kl\u00e4ren, ob f\u00fcr die Handlungsselektion im rc-Modus die SEU-Theorie tats\u00e4chlich erforderlich ist oder ob nicht auch weniger anspruchsvollere Ans\u00e4tze wie RH der RP ausreichen.<br \/>\nAber selbst wenn zu Gunsten der SEU-Theorie angenommen werden w\u00fcrde, dass sie g\u00e4lte, h\u00e4tte sich das Modell der Frame-Selektion doch sehr weit von Essers urspr\u00fcnglichem Ansatz der Rational-Choice-Theorie und seinem substantiellen Nutzenbegriff entfernt, denn bei der gegenw\u00e4rtig pr\u00e4ferierten instrumentellen Interpretation der SEU-Theorie wird als Selektionsregel nur noch auf relative Pr\u00e4ferenzen abgestellt (s. Kap. 2.3), so dass die Theorie inhaltlich leerer ist und dadurch akzeptabler sein sollte.<\/p>\n<h3>\n5.3 Selektion des Modus<\/h3>\n<p>Unbeantwortet geblieben ist bisher die Frage, in welcher Situation ein Akteur den Modus wechselt oder \u00fcberhaupt den as-Modus oder den rc-Modus w\u00e4hlt. Die vorhergehenden Ausf\u00fchrungen haben deutlich gemacht haben, dass ein Nutzen Ui bei einem geltenden Frame i unterstellt wird. Wird im rc-Modus noch zus\u00e4tzlich \u00fcber ihn nachgedacht, entstehen durch den Aufwand Reflexionskosten C. Im rc-Modus wird der Nutzen Ui somit durch diese Kosten reduziert.<br \/>\nGilt der Frame i dagegen nicht als optimal und wird er dennoch gew\u00e4hlt, dann entstehen f\u00fcr den \u201eunangemessenen\u201c Frame i Kosten Cf im as-Modus, denn der Nutzen Ui ist dann geringer als bei einem alternativen Frame j. Im rc-Modus treten als Aufwand immer Reflexionskosten C auf, die sich nur in dem Fall rentieren, wenn der Akteur aufgrund seiner Reflexionsm\u00f6glichkeiten statt des ungeeigneten Frames i einen besseren Frame j ausw\u00e4hlt und dadurch trotz des Aufwandes einen h\u00f6heren Nutzen (URC) generiert (Esser 2010a, S. 56f.).<br \/>\nIm Modell der Frame-Selektion lohnt sich der \u00dcbergang vom as-Modus in den rc-Modus demnach nur dann, wenn der Nutzen im rc-Modus gr\u00f6\u00dfer w\u00e4re als im as-Modus. Dieser potentielle Vorteil l\u00e4sst sich durch folgende Ungleichheit ausdr\u00fccken: p(1-mi)(URC+Cf) > C (Kroneberg 2011, S. 147).<br \/>\nDiese Formel ist leicht verst\u00e4ndlich, denn der Gesamtnutzen auf der linken Seite der Ungleichung sollte gr\u00f6\u00dfer sein als der Aufwand, die Reflexionskosten C. Diese Situation tritt dann ein, wenn eine ausreichend hohe M\u00f6glichkeit zur Reflexion (p) und ein alternativer Frame j (1-mi) vorliegen, denn dann kann der Akteur den zus\u00e4tzlichen Nutzen (URC) generieren und die Kosten einer unangemessenen Framewahl (Cf) vermeiden (Kroneberg 2011, S. 147f.). \u201eDie Summe (URC+Cf) entspricht den Opportunit\u00e4tskosten einer falschen Entscheidung im as-Modus\u201c (Kroneberg 2011, S. 148).<br \/>\nEs h\u00e4ngt demnach sehr viel von der Motivation des Akteurs ab (p), ob er \u00fcber etwas nachdenkt, denn der Akteur k\u00f6nnte sich Fragen stellen wie: Steht viel auf dem Spiel? Ist die Situation eindeutig? Habe ich Zeit zum Nachdenken? Wie hoch sind die Kosten, wenn ich mich irre? Oder er unterl\u00e4sst diese Reflexionen und verbleibt im as-Modus.<br \/>\nEs sollte dem Modell der Frame-Selektion nicht vorschnell vorgeworfen werden, dass beim unbewussten Wechsel vom as-Modus in den rc-Modus ein Nutzenbegriff verwendet wird, der sich auf zuk\u00fcnftig zu erwartende Konsequenzen bezieht und diese \u201eberechnet\u201c werden m\u00fcssten wie bei einem bewussten Prozess. \u201eEin hoher Reflexionsnutzen bedeutet lediglich, dass eine Disposition, \u00fcber die Situation nachzudenken, durch unmittelbar wahrnehmbare Situationsobjekte (\u2026) aktiviert wird.\u201c (Kroneberg 2007, S.222f. Fn. 7). Eine eigentliche Berechnung liegt somit nicht vor.<br \/>\nWie dieser unbewusste Prozess abl\u00e4uft und welchen Einflussgr\u00f6\u00dfen er unterliegt, verdeutlicht Kroneberg zwar, indem er ihn in der SEU-Sprache beschreibt, aber er verwendet die SEU-Theorie nicht. \u201eAn dieser Stelle wird nur deshalb auf die SEU-Theorie zur\u00fcckgegriffen, weil sie erlaubt, den Zusammenhang zwischen Motivation, Aufwand, Opportunit\u00e4ten und Aktivierung systematisch herzuleiten und dabei die Intuition eines angepassten Einsatzes von Reflexion zu ber\u00fccksichtigen.\u201c (Kroneberg 2011, S. 145).<br \/>\nWelcher Modus in der konkreten Situation tats\u00e4chlich gew\u00e4hlt wird, ist ein vorbewusster Prozess, der am Ende festlegt, ob der Situation eine besondere Aufmerksamkeit gewidmet wird oder nicht. Da keine bewusste Entscheidung getroffen wird, sind die Ans\u00e4tze der instrumentellen Rationalit\u00e4t nicht anwendbar.<\/p>\n<\/div><\/div><\/section>\n<section class='av_tab_section av_tab_section av-av_tab-5411fcf25a771c5523da68e152c3d294'  itemscope=\"itemscope\" itemtype=\"https:\/\/schema.org\/BlogPosting\" itemprop=\"blogPost\" ><div id='tab-id-6-tab' class='tab' role='tab' aria-selected=\"false\" tabindex=\"0\" data-fake-id='#tab-id-6' aria-controls='tab-id-6-content'  itemprop=\"headline\" >Studien<\/div><div id='tab-id-6-content' class='tab_content' role='tabpanel' aria-labelledby='tab-id-6-tab' aria-hidden=\"true\"><div class='tab_inner_content invers-color'  itemprop=\"text\" ><h2>6. Studienlage<\/h2>\n<p>Das Modell der Frame-Selektion versucht als umfassende Handlungstheorie die Definition der Situation in den Prozess einflie\u00dfen zu lassen, wobei das Modell aber so allgemein gehalten ist, dass es selbst nicht genau spezifiziert, wie diese Einfl\u00fcsse wirken. Damit sind empirische Hypothesen aus dem Modell der Frame-Selektion nicht direkt ableitbar, sondern k\u00f6nnen nur \u00fcber Br\u00fcckenhypothesen gewonnen werden.15<br \/>\nIndizien f\u00fcr die Richtigkeit der hier ge\u00e4u\u00dferten Vermutung, dass au\u00dfer RP die anderen Ans\u00e4tze der instrumentellen Rationalit\u00e4t nicht f\u00fcr das Modell der Frame-Selektion erforderlich sind, k\u00f6nnten Studien entnommen werden, die das Modell der Frame-Selektion verwenden, um soziologische Zusammenh\u00e4nge zu erkl\u00e4ren. Wenn die ge\u00e4u\u00dferte Vermutung falsch w\u00e4re, dann m\u00fcssten in diesen Studien genaue Angaben \u00fcber die Operationalisierung von Ans\u00e4tzen RO, RB oder RH in den analysierten Variablen vorliegen. Die Vermutung w\u00e4re falsifiziert, wenn nicht nur die SEU-Sprache verwendet, sondern auch tats\u00e4chlich die SEU-Theorie angewendet worden w\u00e4re.<br \/>\nFriedrichs et al. haben sehr \u00fcbersichtlich die Anforderungen und Probleme einer Operationalisierung der SEU-Theorie formuliert (Friedrichs et al. 1993). In den Untersuchungen, die das Modell der Frame-Selektion verwenden, sollten sich demnach ad\u00e4quate Angaben \u00fcber das Entscheidungs- und Messmodell finden. Es m\u00fcssten au\u00dferdem die Handlungsalternativen und deren Konsequenzen sowie deren Erwartungen und Nutzenbewertungen bzw. deren Gewichtung im Detail vorliegen.<br \/>\nSehr ausf\u00fchrlich wird von Esser die Anwendung des Modells der Frame-Selektion auf die Ehe dargestellt (Esser 2002). Obgleich er in seinem Mikromodell \u00fcber addierte Ehegewinne, Entwertungen und Auszahlungen spricht, Bewertungen als Nutzen ausgibt und den Ehegewinn als Investitionen \u00fcber Zeitpunkte modelliert (Esser 2002, S. 40), \u00fcberpr\u00fcft er seine Thesen nicht durch Bewertungen und Erwartungen gem\u00e4\u00df der SEU-Theorie, sondern nur indirekt \u00fcber Br\u00fcckenhypothesen, die die erfolgreiche Anwendung der SEU-Theorie unterstellen. Alle seine Ausf\u00fchrungen zum Framing w\u00e4ren aber auch verst\u00e4ndlich, ohne auf RO oder RB einzugehen, denn der \u201ealles steuernde Mechanismus ist eben nicht die \u201ekalkulierende\u201c Rationalit\u00e4t der Akteure, sondern der Match von gedanklichen Modellen und symbolischen Repr\u00e4sentationen in einer Situation.\u201c (Esser 2002, S. 59)<br \/>\nSo untersucht Kroneberg die Wahlteilnahme in Demokratien und bezieht sich dabei explizit auf die klassische Rational-Choice-Theorie-Analyse von Downs (Downs 1968). Allerdings verwendet Kroneberg mit dem Modell der Frame-Selektion einen alternativen Erkl\u00e4rungsansatz: der Akteur definiert den Tag als Wahltag (Frame) und akzeptiert die Wahl als normativ vorgeschrieben (Skript) (Kroneberg 2011, S. 180f.). Daraus leitet er \u00fcber einen Internalisierungsgrad eine wertrationale Fundierung der Wahlnorm ab (Kroneberg 2011, S. 185) und entwickelt daraus seine zu untersuchenden Variablen. Selbst im rc-Modus wird nicht auf Erwartungen oder Nutzen Bezug genommen, sondern die Entscheidungen der Akteure nur mit \u201eguten Gr\u00fcnden\u201c gem\u00e4\u00df RP beschrieben (Kroneberg 2011, S. 228).<br \/>\nAuch bei der ausf\u00fchrlichen Analyse der Rettung der Juden verwendet Kroneberg zwar Anreiz- und Gelegenheitsindikationen sowie das Vorliegen eines Hilfegesuchs und einer prosozialen Orientierung der Akteure als unabh\u00e4ngige Variablen,16 aber es werden weder die Erwartungen noch Bewertungen spezifiziert, um eine Berechnung gem\u00e4\u00df der SEU-Theorie durchf\u00fchren zu k\u00f6nnen (Kroneberg 2012, S. 48f.). Es bleibt auch in dieser Untersuchung bei der Feststellung, dass ein \u201eweiter Ansatz\u201c der Rational-Choice-Theorie gew\u00e4hlt und mit gut begr\u00fcndeten Br\u00fcckenhypothesen kombiniert wurde.<br \/>\nEckhard untersuchte die Ursachen der Kinderlosigkeit mit dem Modell der Frame-Selektion. Dabei verwendete er das Modell der Frame-Selektion als theoretisches Erkl\u00e4rungsmodell und benutzt f\u00fcr die Selektionsbedingungen der auf Familie verweisenden Partnerschaftsrahmung die entsprechenden Formeln (Eckhard 2014, S. 30). Der Match (mfam=a*b*c) f\u00fcr das Familien-Frame wird zwar durch entsprechende Variablen definiert (Eckhard 2014, S. 36), aber es werden weder die Kosten oder der Nutzen \u00fcberpr\u00fcfbar bestimmt, noch wird eine Entscheidungsmatrix angef\u00fchrt, um den erwarteten Nutzen zu berechnen. Damit wird lediglich RP zur rationalen Begr\u00fcndung verwendet.<br \/>\nBildungsaspirationen wurden von Stocke als Ergebnis sozialer Rahmungsprozesse angesehen (Stocke 2013, S. 274f.) und er verwendete das Modell der Frame-Selektion als Erkl\u00e4rungsmodell. Bei der Analyse des Mannheimer Bildungspanels werden aber weder der Match definiert noch der erwartete Nutzen bestimmt. Das Modell der Frame-Selektion wird lediglich als theoretisches Erkl\u00e4rungsmodell verwendet (Stocke 2013, S. 292), ohne dass RO oder RB angewendet werden. \u00c4hnlich verwendet van der Kuil das Modell der Frame-Selektion, indem sie das Modell als theoretische Basis zur Ableitung ihrer Hypothesen verwendet (van der Kuil 2017, S. 381), aber weder die genauen Spezifikationen geschweige noch einen Ansatz der Rational-Choice-Theorie verwendet.<br \/>\nWeingartner versucht die Rational-Choice-Theorie, Praxistheorie und das Modell der Frame-Selektion zu einem Erkl\u00e4rungsmodell zu verbinden, um den Kulturkonsum zu erkl\u00e4ren. Kulturkonsum wird als Ergebnis eines reflektierten Abw\u00e4gungsprozesses von kulturellen Pr\u00e4ferenzen und objektiven Opportunit\u00e4ten (Weingartner 2013, S. 6) und einer automatischen Handlungswahl durch kulturelle Orientierungen und Handlungsrepertoire dargestellt (Weingartner 2013, S. 11). Aus diesen Vermutungen werden dann Hypothesen abgeleitet und empirisch durch eine Sekund\u00e4ranalyse \u00fcberpr\u00fcft. An keiner Stelle werden die Grundannahmen der SEU-Theorie oder einer seiner Ans\u00e4tze genauer spezifiziert, sondern lediglich als allgemeing\u00fcltige Aussagen \u00fcber Nutzen und Opportunit\u00e4ten wiederholt, so dass auch diese Studie keine SEU-Theorie voraussetzt, sondern sich lediglich auf das Rationalit\u00e4tsprinzip RP bezieht.<br \/>\nIn den ausgew\u00e4hlten Studien wurde das Modell der Frame-Selektion zwar zur Ableitung von Hypothesen verwendet, aber sie enthielten keine expliziten Angaben zur SEU-Theorie, so dass sie nicht die Anforderungen erf\u00fcllten, die an eine Operationalisierung der SEU-Theorie zu fordern w\u00e4ren (Friedrichs et al. 1993). Die Studien plausibilisieren lediglich Hypothesen durch die Begrifflichkeit der Rational-Choice-Theorie und des Modells der Frame-Selektion und \u00fcberpr\u00fcfen die Hypothesen dann anhand \u00fcblicher quantitativer Methoden. Sie \u00fcberpr\u00fcfen aber damit nicht, ob die SEU-Theorie oder das Modell der Frame-Selektion geeignet sind, sondern unterstellen ihre Geltung.17<br \/>\nDamit wurde durch die Studien die Vermutung nicht widerlegt, dass das Modell der Frame-Selektion auf die SEU-Theorie verzichten k\u00f6nnte und RP als Ausdruck der instrumentellen Rationalit\u00e4t ausreichen w\u00fcrde.<\/p>\n<\/div><\/div><\/section>\n<section class='av_tab_section av_tab_section av-av_tab-5b86624f4e970d89fbd81b487778bb40'  itemscope=\"itemscope\" itemtype=\"https:\/\/schema.org\/BlogPosting\" itemprop=\"blogPost\" ><div id='tab-id-7-tab' class='tab' role='tab' aria-selected=\"false\" tabindex=\"0\" data-fake-id='#tab-id-7' aria-controls='tab-id-7-content'  itemprop=\"headline\" >ZUsammenfassung\/Schlussfolgerung<\/div><div id='tab-id-7-content' class='tab_content' role='tabpanel' aria-labelledby='tab-id-7-tab' aria-hidden=\"true\"><div class='tab_inner_content invers-color'  itemprop=\"text\" ><h2>7. Zusammenfassung<\/h2>\n<p>Esser schlug urspr\u00fcnglich ein Modell der soziologischen Erkl\u00e4rung vor, das auf dem Makro-Mikro-Makro-Modell basiert, das \u00fcberwiegend Konzepte der Rational-Choice-Theorie implementiert und in dem die SEU-Theorie als allgemeing\u00fcltige Handlungstheorie fungiert. Um f\u00fcr m\u00f6glichst viele Handlungstypen anschlussf\u00e4hig zu sein, wurde daraus das Modell der Frame-Selektion entwickelt, in dem der Einfluss der Definition der Situation auf die Handlungswahl angemessener und umfassender ber\u00fccksichtigt wurde.<br \/>\nFraglich ist, in welchem Ma\u00dfe das neue Modell noch der Rational-Choice-Theorie verpflichtet ist. Die Untersuchung zeigt, dass das Modell der Frame-Selektion im Wesentlichen nicht mehr auf der SEU-Theorie basiert, obgleich es durch den Gebrauch der SEU-Sprache suggeriert, noch substantiell an die SEU-Theorie gekoppelt zu sein.<br \/>\nDie definierten Ans\u00e4tze der informellen Rationalit\u00e4t RO, RB, RH und RP finden im unbewussten as-Modus allesamt \u00fcberhaupt keine Anwendung mehr. Selbst im bewussten rc-Modus sind bei der Selektion von Frames und Skripten Nutzenerw\u00e4gungen unangebracht, so dass RO und RB als Ausdruck der SEU-Theorie nicht anwendbar sind. Lediglich bei der Handlungswahl im rc-Modus w\u00e4re die SEU-Theorie noch sinnvoll.<br \/>\nDie SEU-Theorie ist demnach nicht mehr ein notwendiger Bestandteil der Handlungstheorie und ob sie eingesetzt wird, unterliegt weitgehend der Entscheidung des Anwenders (Kroneberg 2011, S. 321). Letztlich rechtfertigt Kroneberg den R\u00fcckgriff auf Ans\u00e4tze der Rational-Choice-Theorie bzw. SEU-Theorie bei der Modellierung des Modells der Frame-Selektion nur damit, dass mit ihnen relativ einfach erkl\u00e4rt werden kann, wie rational entschieden wird (Kroneberg 2011, S. 320). Eine substantielle Begr\u00fcndung fehlt.<\/p>\n<div id=\"ju-maincol\" class=\"clearfix\">\n<div id=\"inner_content\" class=\"clearfix\">\n<div class=\"ju-component-area clearfix\">\n<div class=\"ju-inner clearfix\">\n<div class=\"ju-component-area-inner clearfix\">\n<article class=\"item-page\">\n<div id=\"jwts_tab1\" class=\"jwts_tabberlive\">\n<h2 class=\"jwts_tabbertab \">8.\u00a0\u00a0\u00a0 Schlussfolgerung<\/h2>\n<div class=\"jwts_tabbertab \" title=\"\">\nDie SEU-Theorie wurde von Esser als allgemeing\u00fcltige Handlungstheorie in der Logik der Selektion des Makro-Mikro-Makro-Modells soziologischer Erkl\u00e4rungen propagiert. Diese Handlungstheorie ist gepr\u00e4gt von einer realistischen Deutung der SEU-Theorie gemeinsam mit einem substantiellen Nutzenbegriff, der auf sozialen Produktionsfunktionen aufbaut. Sie ist nur f\u00fcr ein bestimmtes Menschenbild und beim strikt instrumentellen Handeln anschlussf\u00e4hig. In dem Versuch, mit dem Modell der Frame-Selektion eine umfassendere Handlungstheorie zu pr\u00e4sentieren und andere soziologische Ideen zu integrieren, wurde die Rational-Choice-Theorie der Sache nach preisgegeben, obgleich durch den Gebrauch der SEU-Sprache der Schein aufrechterhalten wurde.<br \/>\nDas Modell der Frame-Selektion wird zur Generierung von Br\u00fcckenhypothesen soziologischer Zusammenh\u00e4nge erfolgreich eingesetzt. Da es viele soziologische Dimensionen in ein Erkl\u00e4rungsmodell integriert, hat es sich als fruchtbares Instrument der soziologischen Analyse erwiesen. Diejenigen, die die Rational-Choice-Theorie im Sinne von RO und RB und das damit einhergehende Menschenbild ablehnen, k\u00f6nnen das Modell der Frame-Selektion dennoch nutzbringend anwenden, weil es auch mit den Ans\u00e4tzen RH und RP vertr\u00e4glich ist und damit offen f\u00fcr andere Entscheidungstheorien, die nicht der SEU-Theorie verpflichtet sind.<br \/>\n\u201eAber die Welt ist nicht immer, eher sogar recht selten so, wie es die RCT braucht, und daher sind auch die verschiedenen spiel- und nutzentheoretischen Modellierungen zur Erkl\u00e4rung der sozialen Ordnung nicht immer auch (sinnvoll) anwendbar.\u201c (Esser 2010a, S. 59)<\/div>\n<\/div>\n<\/article>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"clr\"><\/div>\n<\/div>\n<\/div><\/div><\/section>\n<section class='av_tab_section av_tab_section av-av_tab-743a082cd6b40fe611e26cebcb24b465'  itemscope=\"itemscope\" itemtype=\"https:\/\/schema.org\/BlogPosting\" itemprop=\"blogPost\" ><div id='tab-id-8-tab' class='tab' role='tab' aria-selected=\"false\" tabindex=\"0\" data-fake-id='#tab-id-8' aria-controls='tab-id-8-content'  itemprop=\"headline\" >Literatur\/Fu\u00dfnoten<\/div><div id='tab-id-8-content' class='tab_content' role='tabpanel' aria-labelledby='tab-id-8-tab' aria-hidden=\"true\"><div class='tab_inner_content invers-color'  itemprop=\"text\" ><div id=\"ju-maincol\" class=\"clearfix\">\n<div id=\"inner_content\" class=\"clearfix\">\n<div class=\"ju-component-area clearfix\">\n<div class=\"ju-inner clearfix\">\n<div class=\"ju-component-area-inner clearfix\">\n<article class=\"item-page\">\n<div id=\"jwts_tab1\" class=\"jwts_tabberlive\">\n<h2 class=\"jwts_tabbertab \">\n9.\u00a0\u00a0\u00a0 Literaturverzeichnis<\/h2>\n<p class=\"jwts_tabbertab \">\nAuspurg, Katrin; Frodermann, Corinna; Hinz, Thomas (2014): Berufliche Umzugsentscheidungen in Partnerschaften. 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Band 1: Situationslogik und Handeln. Frankfurt\/Main: Campus.<br \/>\nEsser, Hartmut (2001b): Soziologie. Spezielle Grundlagen. Band 4: Opportunit\u00e4ten und Restriktionen. Frankfurt\/Main: Campus.<br \/>\nEsser, Hartmut (2001c): Soziologie. Spezielle Grundlagen. Band 6: Sinn und Kultur. Frankfurt\/Main: Campus.<br \/>\nEsser, Hartmut (2002): In guten wie in schlechten Tagen? Das Framing der Ehe und das Risiko zur Scheidung. Eine Anwendung und ein Test des Modells der Frame-Selektion. In: K\u00f6ln Z Soziol 54 (1), S. 27\u201363.<br \/>\nEsser, Hartmut (2003): Der Sinn der Modelle. In: K\u00f6ln Z Soziol 55 (2), S.\u00a0359\u2013368.<br \/>\nEsser, Hartmut (2006): Eines f\u00fcr alle(s)? Das Weber-Paradigma, das Konzept des moderaten methodologischen Holismus und das Modell der soziologischen Erkl\u00e4rung. In: K\u00f6ln Z Soziol 58 (2), S. 352\u2013363.<br \/>\nEsser, Hartmut (2010a): Das Modell der Frame-Selektion. Eine allgemeine Handlungstheorie f\u00fcr die Sozialwissenschaften? In: Gert Albert und Steffen Sigmund (Hg.): Soziologische Theorie kontrovers. Wiesbaden: VS Verlag f\u00fcr Sozialwissenschaften, S. 45\u201362.<br \/>\nEsser, Hartmut (2010b): Sinn, Kultur, Verstehen und das Modell der soziologischen Erkl\u00e4rung. In: Monika Wohlrab-Sahr (Hg.): Kultursoziologie. Paradigmen &#8211; Methoden &#8211; Fragestellungen. Wiesbaden: VS Verlag f\u00fcr Sozialwissenschaften, S. 309\u2013335.<br \/>\nEsser, Hartmut; Kroneberg, Clemens (2010): Am besten nichts Neues? In: Gert Albert und Steffen Sigmund (Hg.): Soziologische Theorie kontrovers. Wiesbaden: VS Verlag f\u00fcr Sozialwissenschaften, S. 79\u201386.<br \/>\nEtzrodt, Christian (2007): Neuere Entwicklungen in der Handlungstheorie. Ein Kommentar zu den Beitr\u00e4gen von Kroneberg und Kron. 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In: Zeitschrift f\u00fcr Soziologie 45 (2), S. 136\u2013144.<br \/>\nTversky, Amos; Kahneman, Daniel (1992): Advances in prospect theory. Cumulative representation of uncertainty. In: Journal of Risk and Uncertainty 5 (4), S. 297\u2013323.<br \/>\nvan der Kuil, Christiane (2017): Der Einfluss von Ressourcen und Einstellungen auf das freiwillige Engagement in der sp\u00e4ten Lebensmitte. In: Klaus Birkelbach und Heiner Meulemann (Hg.): Lebensdeutung und Lebensplanung in der Lebensmitte: Vom Gymnasium bis zur Planung des Ruhestands. Wiesbaden: Springer Fachmedien, S. 375\u2013395.<br \/>\nVon Neumann, John; Morgenstern, Oskar (1947): Theory of games and economic behavior. Princeton: University Press.<br \/>\nWeber, Max (1990): Wirtschaft und Gesellschaft. Grundriss der verstehenden Soziologie. 5. Aufl., T\u00fcbingen: Mohr.<br \/>\nWeingartner, Sebastian (2013): Hochkulturelle Praxis und Frame-Selektion. In: K\u00f6ln Z Soziol 65 (1), S. 3\u201330.<br \/>\nW\u00f6he, G\u00fcnter; D\u00f6ring, Ulrich (2013): Einf\u00fchrung in die allgemeine Betriebswirtschaftslehre. 25. Aufl. M\u00fcnchen: Vahlen.\n<\/p>\n<\/div>\n<h2>Fu\u00dfnoten<\/h2>\n<\/article>\n<p>1 Personen werden im Folgenden als Akteure bezeichnet, um den Bezug zu Handlungen zu verdeutlichen.<br \/>\n2 Bei diesem Rationalit\u00e4tsprinzip handelt es sich um eine Definition und somit nicht um eine falsifizierbare Theorie.<br \/>\n3 Als einfachste und minimalste Selektionsregel k\u00f6nnte zum Beispiel gelten: W\u00e4hle diejenige Alternative, die nicht von einer anderen Alternative dominiert wird. Als Dominanz wird angesehen, dass eine Alternative besser ist, &#8211; egal aus welchem Grunde. W\u00fcrde ein Akteur nach dieser Selektionsregel vorgehen, dann w\u00fcrde er eine optimale Alternative nur finden, wenn es tats\u00e4chlich eine g\u00e4be, die alle anderen Alternativen dominiert. Das ist nicht immer der Fall. H\u00e4ufig wird man sich mit derjenigen Alternative begn\u00fcgen, die nicht dominiert wird, &#8211; wenn es also keine bessere gibt (Rechenauer 2009, S. 70).<br \/>\n4 Gegen diese abgeschw\u00e4chten Anforderungen wurde zwar vorgebracht, dass der beschr\u00e4nkte Ansatz im Vergleich zum homo oeconomicus tautologisch, zirkul\u00e4r, empirisch inhaltsleer oder trivial w\u00e4re, aber Opp wies \u00fcberzeugend daraufhin, dass diese Argumente auch das Modell des homo oeconomicus betr\u00e4fen, wenn sie zutreffen w\u00fcrden (Opp 1999, S. 179ff.).<br \/>\n5 Allerdings wurde die SEU-Theorie nicht v\u00f6llig aufgegeben, obgleich sie empirisch meistens nicht zutraf, sondern sie wurde mit dem Argument weiterverwendet, dass es keine bessere Alternative gibt (Esser 2001a, S. 358).<br \/>\n6 \u201eDie institutionellen Regeln definieren den sozialen Sinn einer Situation.\u201c (Esser 2001a, S. 53)<br \/>\n7 Obgleich alle kollektiven Zusammenh\u00e4nge und strategischen Entscheidungen aus der weiteren Analyse ausgeschlossen werden, soll an dieser Stelle dennoch darauf hingewiesen werden, dass die Definition der Situation ein sozialer Prozess ist, der sich interaktiv konstituiert und stabilisiert und somit eine gesellschaftliche Wirklichkeit konstruiert (Esser 2001a, S. 167ff.).<br \/>\n8 Essers Ansicht, dass sich die Produktionstheorie der Mikro\u00f6konomik eignet, um Handeln allgemein als Nutzenproduktion zu modellieren (Esser 2001b, S. 59) ist \u00e4u\u00dferst kritikw\u00fcrdig, weil die Produktionstheorie an \u00e4u\u00dferst strikte Bedingungen gekn\u00fcpft ist. \u201eUnterstellt man f\u00fcr alle Produktionsfaktoren und f\u00fcr die Produkte beliebige Teilbarkeit und Homogenit\u00e4t, so lassen sich die Beziehungen zwischen technisch effizienten Faktoreneinsatzkombinationen und Ausbringungsmenge durch Produktionsfunktionen darstellen.\u201c (W\u00f6he 2013, S. 286). Als technisch effizient gelten aber nur diejenigen Kombinationen an Produktionsfaktoren, die das \u00f6konomische Prinzip einhalten. Damit mag die Produktionsfunktion f\u00fcr die Modellbildung weniger Faktoren unter idealisierten Bedingungen hilfreich sein, aber sie verliert weitgehend ihre Erkl\u00e4rungskraft in komplexen Situationen.<br \/>\n9 Mayerl hat ausgehend von einem generischen \u201edualen\u201c Prozessmodell der Einstellungsforschung das Modell der Frame-Selektion um eine motivationale \u201eExit-Option\u201c erweitert (Mayerl 2009, S. 230ff.). Da sich sein Ansatz bez\u00fcglich der hier untersuchten Fragestellung aber nicht von dem Kronebergs unterscheidet, wird Mayerl\u2019s Modifikation nicht gesondert diskutiert.<br \/>\n10 \u00c4u\u00dferst differenziert weist Schulz-Schaeffer daraufhin, dass der Begriff \u201eSituationsdefinition\u201c mehrdeutig ist und sowohl eine konstitutive als auch performative Bedeutung hat. Sie ist konstitutiv als Situationsdeutung, indem sie die Situation zutreffend erfasst und damit die Passung feststellt, oder auch performativ, indem sie zugleich die Situation definierend herstellt und damit die Geltung in Abh\u00e4ngigkeit vom Nutzen festlegt (Schulz-Schaeffer 2008, S. 366). Im ersteren Fall k\u00e4me es nur auf die Modell-Geltung an, w\u00e4hrend im zweiten Fall auch der Modell-Nutzen relevant ist. Das Modell der Frame-Selektion bildet diese Unterscheidung nicht ab.<br \/>\n11 Kroneberg sieht die beiden Modi nicht als extreme Pole, sondern als ein analytisches Gegensatzpaar (Kroneberg 2011, S. 124 Fn. 54).<br \/>\n12 Dabei gibt es \u201eLow-Cost\u201c-Situationen, in denen eine Fehlentscheidung nicht teuer w\u00e4re, so dass sich ein intensives Nachdenken und Beschaffen von Informationen nicht lohnt. In \u201eHigh-Cost\u201c-Situationen ist es dagegen umgekehrt und Fehlentscheidungen sollten m\u00f6glichst vermieden werden. Die Besonderheiten von Niedrig- und Hochkostensituationen bleiben unber\u00fccksichtigt, weil sie innerhalb des Modells der Frame-Selektion l\u00f6sbar (Mayerl 2010; Best, Kroneberg 2014), aber bez\u00fcglich der Fragestellung nicht relevant sind.<br \/>\n13 Mayerl entwickelt aus seinem generischen \u201edualen\u201c Prozessmodell drei Modi des Handelns: automatisch-spontanes hinweisreizabh\u00e4ngiges Handeln, automatisch-spontanes einstellungsabh\u00e4ngiges Handeln und \u00fcberlegt-kontrolliertes Handeln (Mayerl 2010, S. 41).<br \/>\n14 Bei Kroneberg k\u00f6nnte h\u00f6chstens noch von einem indirekten Nutzen \u00fcber den Prozess der Enkodierung des Frames gesprochen werden (Kroneberg 2005, S. 360).<br \/>\n15 Fraglich ist, ob das Modell der Frame-Selektion damit \u00fcberhaupt falsifizierbar ist oder nur noch als Modellierungsrahmen gelten kann (Kroneberg 2011, S. 144).<br \/>\n16 Beachtenswert ist die Kritik von Fleck und M\u00fcller (2014) an der von Kroneberg gew\u00e4hlten Methode, die nahelegt, dass der gesamte Erkl\u00e4rungsanspruch gescheitert sein k\u00f6nnte.<br \/>\n17 Auspurg et al. untersuchten berufliche Umzugsentscheidungen in Partnerschaften gem\u00e4\u00df der Verhandlungstheorie, gem\u00e4\u00df der Low-Cost-Theorie und gem\u00e4\u00df dem Modell der Frame-Selektion und konnten kein kostenunabh\u00e4ngiges Befolgen von Einstellungen nachweisen, wie es durch das Modell der Frame-Selektion vorhergesagt wurde (Auspurg et al. 2014).<\/p>\n<article class=\"item-page\">\n<h2><\/h2>\n<\/article>\n<article><\/article>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"clr\"><\/div>\n<\/div>\n<\/div><\/div><\/section>\n<\/div><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_themeisle_gutenberg_block_has_review":false,"footnotes":""},"categories":[31],"tags":[],"class_list":["post-3562","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wirtschaft"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.3 - 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