Hernien – Sonstige

Neben den ausführlich beschriebenen treten Hernien auch an vielen anderen Lokalisationen auf, allerdings sehr viel seltener.

Klinik. Die Beschwerden der Patienten sind nicht immer wegweisend und viele Hernien werden entweder zufällig oder durch bildgebende Verfahren entdeckt.

Operation

Sie werden allesamt nach denselben Prinzipien versorgt: Sorgfältige Präparation und Darstellung des Bruchsackes und der Bruchpforte. Reposition bzw. Abtragung des Bruchsackes und Verschluss der Pforte. Bei kleinen spannungslosen Hernien ist immer eine Reparation mit nicht-resorbierbaren oder langfristig resorbierbaren Nähten indiziert. Eine Fasziendoppelung bzw. Mayo-Plastik wird nicht empfohlen, weil sie die Stabilität und Festigkeit nicht fördert, aber die Wundspannung erhöht. Bei größeren Hernien oder hoher Nahtspannung sollte nicht gezögert werden, ein Kunststoffnetz in Sublay-Technik einzulegen.

Trokarhernien. Besonders erwähnenswert ist die Trokarhernie, die nach laparoskopischen Eingriffen auftritt. Bei Verwendung von Trokaren, die einen Durchmesser von mehr als fünf Millimeter haben, können Einklemmungen auftreten. Die Patienten klagen nach dem laparoskopischen Eingriff über Übelkeit und lokalisierte Schmerzen im Bereich einer Trokarinzision, die in keinem Verhältnis zu dem Eingriff stehen. Häufig ist hier eine Resistenz palpabel. Relativ einfach ist die klinische Diagnose bei einer vollständigen Einklemmung mit deutlicher Symptomatik und zunehmendem Ileus. Manchmal sind die Beschwerden der Patienten larviert, weil nur eine Richter-Hernie, eine unvollständige Einklemmung vorliegt. Eine sonographische Untersuchung sollte die Diagnose klären. Um solche Hernien zu vermeiden, sollten Trokarinzisionen von mehr als fün Millimeter durch eine Naht verschlossen werden.